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Engpässe für Medikamente sind hausgemacht

Der Chef des Radebeuler Unternehmens Arevipharma warnt vor Preissprüngen. Pharmahersteller hätten sich Know-how aus den Händen nehmen lassen.

Es gab mal eine Zeit, da galt Deutschland als die Apotheke der Welt. Fast alle namhaften Pharmafirmen bezogen ihre Wirkstoffe von hier. Die Hoechst AG war in den 1980er-Jahren der größte Produzent weltweit. Und schon daran wird klar: Die Chemie- und Pharmabranche waren auf das Engste verwoben. „Um einen Wirkstoff herzustellen, sind chemische Prozesse notwendig“, sagt Dirk Jung. Seit Oktober 2019 ist er gemeinsam mit Daniel Hoffmann Geschäftsführer der Radebeuler Arevipharma GmbH.

Der Wirkstoffhersteller hat gute, aber auch schlechte Zeiten hinter sich. Vor fünf Jahren wurde die Belegschaft von 260 auf 120 Mitarbeiter abgeschmolzen. Die in Radebeul hergestellten Wirkstoffe verkauften sich schlecht, „weil wir einfach zu teuer waren im Vergleich zur Konkurrenz“, sagt Daniel Hoffmann. Die sitzt zumeist in China oder Indien und liefert längst nicht mehr nur Wirkstoffe an die Pharmakonzerne in Deutschland und Europa. „Die Firmen sind auch unsere Lieferanten für Rohstoffe“, sagt Dirk Jung und legt ernüchtert nach: „Wir haben in diesem Bereich die Dinge leider aus der Hand gegeben.“

Angefangen hat es im November 1986, als Lagerhallen der Schweizer Chemiefirma Sandoz bei Basel in Flammen aufgingen. Die Gebäude standen in unmittelbarer Nähe zum Rhein und allein über das Löschwasser gelangten 20 Tonnen Gift in den Fluss. Die Pestizide und Herbizide ließen das Ökosystem kippen und sorgten für ein massenhaftes Fischsterben.

In der Folge wuchs das Umweltbewusstsein und die Pharmabranche erkrankte an Schizophrenie. Man wollte mit den „Giftmischern“ nichts mehr zu tun haben. Die Höchst AG brauchte zwar noch mehr als zehn Jahre, um ihre Chemiesparte abzuspalten. Aber die Arzneimittelhersteller firmierten reihenweise als Life-Scienes-Firmen.


Weniger Wirkstoffhersteller in Deutschland

In Asien beobachtet man diese Entwicklung aufmerksam. Mit staatlichen Subventionen wurden gleich mehrere Chemiefabriken gebaut. Von hier kamen nun fortan die Wirkstoffe, die bei den Pharmaherstellern zu Tabletten, Salben oder Infusionen weiterverarbeitet werden.

Es gibt sie zwar auch in Deutschland noch, die Wirkstoffhersteller – auch Arevipharma gehört dazu – aber ihre Zahl ist in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden. Der Preisdruck ist enorm und daran, so Jung, sei die Politik nicht ganz unschuldig. Unter anderem sind es die Krankenkassen, die gemeinsam mit den Medikamentenherstellern Rabattverträge aushandeln.

Die kommen oft kurzfristig zustande und funktionieren nach nur einer einzigen Regel: so billig wie möglich. In der Folge kaufen viele Pharmakonzerne ihre Wirkstoffe in Fernost. Ein Umdenken setzt oft erst dann ein, wenn es Probleme gibt, wie unlängst beim Blutdrucksenker Valsartan. Der chinesische Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical musste 2018 eine produktionsbedingte Verunreinigung dieses Wirkstoffs mit mutmaßlich krebserregendem N-Nitrosodimethylamin einräumen.

Der Name der Arevipharma GmbH in Radebeul ist irreführend. Denn hier werden keine Medikamente, sondern nur die Wirkstoffe für die Tabletten und Infusionen hergestellt. Der Konkurrenzdruck ist hoch, vor allem asiatische Hersteller produzieren günstiger.

Grundsätzlich sind die in Asien hergestellten Wirkstoffe sicher, sagt Dirk Jung. Probleme in der Produktion seien immer möglich, auch in Anlagen, die in Deutschland stehen. Der chargenbezogene Rückruf des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte schreckte allerdings auf. Die Öffentlichkeit diskutierte über Arzneimittelsicherheit und über die Herstellungswege von Medikamenten.

Die sind durchaus verworren und oftmals selbst für Apotheker nicht nachvollziehbar. „Fragen Sie in Ihrer Hausapotheke, ob die Tablette oder der Wirkstoff aus Deutschland kommen, die Mitarbeiter werden Ihnen in den seltensten Fällen Auskunft geben können“, so Jung. Anders sei das in den USA. Dort sind die Warning Letters der FDA gefürchtet bei den Pharmaunternehmen.

Die Food and Drug Administration veröffentlicht bei Kontrollen festgestellte Abweichungen, beispielsweise bei den Konzentrationen von Wirkstoffen. Die betroffenen Hersteller werden informiert, parallel dazu sind die Verstöße öffentlich einsehbar, und zwar den kompletten Produktionsprozess betreffend, vom Rohstofflieferanten bis zum Hersteller der Tablette.


Medizin wird knapp

Und während sich die Aufregung um verunreinigte Blutdruckmedikamente wieder gelegt hat, gibt es immer öfter Berichte zu Arzneimittelknappheit. Besonders betroffen sind Präparate für Krebspatienten, Antidepressiva und einzelne Schmerzmittel. Ob sich die Versorgungslage durch den zuerst in China aufgetretenen Coronavirus weiter verschärfen wird, dazu wagt Dirk Jung keine Prognose.

Er sieht für die bereits bestehenden Engpässe zwei Gründe. Der erste liege schlicht in den langen Wegen, die Roh- und Wirkstoffe zurücklegen müssen. Die Arevipharma GmbH bezieht ihre Rohstoffe teilweise aus Asien und allein deren Anlieferung dauert bis zu drei Monate. „Dann produzieren wir einen Teil der Wirkstoffe auf Vorrat“, so Geschäftsführer Jung. Es sei eine Wette auf die Zukunft und darauf, dass die langjährigen Kunden die Tenderausschreibung der Krankenkassen gewinnen und das entsprechende Medikament herstellen dürfen.

Dann geht alles ganz schnell. Arevipharma liefert den Wirkstoff und bei den Pharmaherstellern beginnt die eigentliche Arzneimittelherstellung. Die Tenderausschreibungen der Kassen erfolge immer kurzfristiger. Den Unternehmen bleibe immer weniger Zeit und so seien aus Sicht des Radebeuler Unternehmers die Versorgungsengpässe hausgemacht.

Der zweite Grund liege in der Auslagerung der Wirkstoffproduktion nach Asien. „Wir haben da sehr viel Know-how freiwillig aus den Händen gegeben, das sich heute nicht mehr zurückholen lässt“, sagt Jung.

Andere Länder versuchen es zumindest und wollen Teile der Wirkstoffproduktion wieder zurückholen. Auch von Deutschland wünschte sich Dirk Jung ein solches Signal. Es sei nicht auszudenken, wenn es, ähnlich dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, zu politischen Verwerfungen mit Europa käme.

Dann stünde die Versorgungssicherheit mit zahlreichen Medikamenten auf dem Spiel. Deshalb wünschte sich der Unternehmer, dass die Rabattverträge nicht nur auf den Preis fokussieren, sondern auch einen Mindestprozentsatz der Wertschöpfung in Deutschland oder zumindest Europa vorschreiben.


Arbeit in vier Schichten

Dann würde in Radebeul vielleicht auch wieder der Betablocker Metoprolol hergestellt, mit dem Bluthochdruckpatienten behandelt werden. „Verschiedene Wirkstoffe haben wir bereits aus der Produktion genommen“, sagt Jung. Die Bereinigung des Portfolios geschehe nicht ganz freiwillig, sondern aus Mangel an Abnehmern, die bereit sind, zu angemessenen Preisen zu kaufen.

Zurzeit verfügt Arevipharma über 39 Wirkstoffe mit über 100 Zulassungen weltweit. Die Stoffe werden zu Herz-Kreislaufmedikamenten, in Narkotika oder Antidepressiva weiterverarbeitet. Um noch wirtschaftlicher arbeiten zu können, wurde auch der Vier-Schicht-Betrieb wieder eingeführt.

Doch selbst dann ist man von den Erzeugerkosten in Asien weit entfernt, zumal sich China seiner Marktmacht bewusst ist. Die Rohstoffe kosten kaum weniger als die fertigen Wirkstoffe. Das ist ein verlockendes Angebot für die Pharmaunternehmen.

Von Ines Mallek-Klein

Foto: © dpa/Arevipharma








Karrierestart 2020

Jedes Unternehmen will die besten Mitarbeiter. Jungen Berufsstartern den Beruf eines Chemikanten/-in oder Labaranten/-in nahe zu bringen, ist in der heutigen Zeit Herausforderung und Anreiz zu gleich.

Wer könnte die Fragen der Berufneulinge und Ausbildungssuchenden besser beantworten als unsere eigenen Auszubildenden? Deshalb hat sich die Arevipharma entschlossen, auf dem Messestand der Karrierestart 2020 unsere Auszubildende selbst ihre Erfahrungen der letzten Jahre widerzuspiegeln.

Diese Entscheidung war goldrichtig. So fanden zahlreiche Gespräche zwischen Jugendlichen auf Augenhöhe statt. Viele hatten eine Ausbildung als Chemikant bis jetzt noch nicht in Erwägung gezogen. Nachdem man hautnah den Job hinterfragen konnte, hat sich das bei einigen geändert. Wir sind sehr zuversichtlich, unsere Ausbildungsplätze auch im kommenden Ausbildungsjahr voll zu besetzen und freuen uns auf alle neuen Auszubildende.

Wir möchten uns für den Einsatz aller Beteiligten, insbesonders unserer Auszubildenden Franziska Apelt, Lillie Schlüter, Leoni Krysiak, Sebastian Rein, Clemens Usemann und Manuel Neuhäuser für ihr Engagement und Begeisterungsfähigkeit herzlich bedanken.







Arevipharma supports charity concert „beats of music against cancer“

Cancer puts you off your beat of life and is for any patient and her/his loved ones a dramatic cut.

A cut comparable to the situation, when a piece of music suddenly stops and the just heard melody falls silent. [source: https://www.nct-dresden.de/das-nctucc-dresden/spenden/takte-gegen-krebs-2020.html]

In order to avoid that happening Arevipharma donates for the charity concert „beats of music against cancer“ taking place on the 12th of March in 2020.
Because only purchased beats will be played by the orchestra of the Dresdner Kapellsolisten, who waive their fee for the good cause. The proceeds from sales are in support of the National Center for Tumor Diseases, Partner Site Dresden (NCT/UCC), where new strategies and technologies against cancer are developed.



Safety is our highest priority


Bild: „Simulierte Havarie“


Bild: „Unsere Werkfeuerwehr im Einsatz.“

Arevipharma´s plants are protected by a multitude of technical safety precautions, such as gas detection systems, temperature and pressure alarm systems, flame arresters as well as a fire alarm system. Also for environmental protection numerous safety installations are in place.
Taking preventive action, Arevipharma´s employees of all units are involved in safety precautions.

On top, Arevipharma is very well prepared for an emergency. By alarm plans we ensure that for each case of emergency a response of the right expert and the task force in charge is ensured. Arevipharma´s full-time factory fire brigade is around the clock on duty and so able to act immediately to prevent hazards. The fire brigade is alarmed by an emergency call or, for example, by the automatic fire alarm system. First-aiders and firemen as well as Arevipharma´s voluntary fire protection assistants are always prepared for an emergency. Targeted operational activities to limit negative fallouts are also scheduled.
On top-level the crisis management group – in case of serious incidents – takes over leadership and coordination of all actions necessary for mastering an emergency case.
A connection to public fire brigades is given at all times.


Bild: „Anrückende Feuerwehrkäfte“
But only, practice makes perfect! That is why we constantly keep training our routines to always guarantee operational safety and to detect and overcome weaknesses early on.
Factory fire brigade and crisis management group are in cooperation with the authorities and the local fire brigade regularly training hazardous situations.

Bild: „Gefahrstoffbekämpfung“

Bild: „Gefahrstoffbekämpfung“

Bild: „Dekontamination“
On 26th November 2019 a large-scale exercise of the factory fire brigade of Arevipharma and the public fire brigades of Radebeul, Reichenberg and Coswig were of great success.
The exercise scenario: a damage with a highly flammable, toxic and corrosive liquid and one injured was quite realistic imitated.
The external fire brigades were very quickly at the place of action with several vehicles, one hazardous substance truck amongst others, and they immediately started to rescue humans as well as to prevent the hazard.

All in all approximately 60 comrades took part in the large-scale exercise, including firefighting units of the factory fire brigade, of the voluntary fire protection assistants of Arevipharma, of the public fire departments, as well as further five employees of Arevipharma.


Bild: „ABC Übung 2019“

Bild: „ABC Übung 2019“

Bild: „ABC Übung 2019“

Bild: „ABC Übung 2019“

Safety is highest priority at Arevipharma, hence the responsibility for safety and hazard prevention is implemented on the highest management level. Therefor it is natural that the head of the factory fire brigade Mr. Bauer, Arevipharma´s safety expert Mr. Beyer as well as the CEO Mr. Jung, PhD, who in case of serious incidents leads the crisis management group, also took part in the exercise.
Bottom line of the large-scale exercise: all participants worked excellently well together and reacted very quickly. The complicated and absolutely realistic planned exercise is furthermore prove oft he professionality of Arevipharma´s fire brigade.

Well done and special thanks to everyone!





In retrospect of the latest CPhI worldwide

On 5th of November 2019 at 9.30 am it was that time again – the CPhI Worldwide (Convention on Pharmaceutical Ingredients) opened its doors, this year in Frankfurt (Germany). Just as before, the team of Arevipharma was present with a share of the Midas Pharma booth. With approx. 45.000 visitors as well as approx. 2.500 exhibitors the CPhI is always an excellent platform for deepening of existing as well as initiating of new business relationships. The positive trend of Arevipharma, with the major topics exclusive contract manufacturing (CMO) as well as improving our competitiveness due to structural and strategic investments, was taken on a good note by the clients base.

By now, all colleagues safely returned to Arevipharmas site in Radebeul (Germany). But that is just the kick off for the actual work to be done, because there are a lot of meeting minutes to be followed-up.



Arevipharma begrüßt Sie auf der CPhI in Frankfurt 2019

Arevipharma ist wie jedes Jahr auf der CPhI Worldwide mit einem starken Vertriebsteam vertreten.

Wir begrüßen Sie vom 05.11.2019 bis 07.11.2019 in Frankfurt am Stand 40C11

Neben dem bestehenden Produktportfolio stellen wir Ihnen gern unsere technischen Möglichkeiten im Bereich individueller Auftragssynthesen und unsere neuen Anlagen vor.
Wir freuen uns auf spannende, erfolgreiche Gespräche und Projekte.

Arevipharma – quality made in Germany.



Certificate of suitability received!
R0-CEP 2018-070-Rev 00

In April 2019, Arevipharma have received its Certificate of Suitability for Remifentanil Hydrochloride thus being one of the first global suppliers of this API with a CEP. A fact Arevipharma are justifiably proud of.

Arevipharma are one of the largest German manufacturers of narcotic generics. The production of narcotics at the site Radebeul located close to Dresden has a long tradition. Today, Arevipharma, being appreciated for its excellent know-how and premium quality, supply its products all over the world.

Do we have awakened your interest in Remifentanil Hydrochloride or any other narcotic substance of our portfolio?

Please do not hesitate to contact us. We will be happy to answer your questions and help you with sample quotations.

Sales

Claudia Böttcher

Tel.: +49 (0)351 8314-1238


Arevipharma GmbH
Meißner Straße 35
D-01445 Radebeul
Web: www.arevipharma.com
Telefon: +49 (0)351 8314-0
Telefax: +49 (0)351 8314-2100
Geschäftsführung
Herr Daniel Hoffmann
Herr Dr. Dirk Jung
Handelsregister:
Amtsgericht Dresden, HRB 23835
USt-IdNr.: DE 240935001
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