You are using an outdated browser. For a faster, safer browsing experience, upgrade for free today.

Presse Beitrag "Sächsische Zeitung": Volles Lager bei Arevipharma in Radebeul

Das Radebeuler Unternehmen produziert weiter Schmerzmittel. Deutschlandweit können Apotheken und Krankenhäuser damit versorgt werden.

Von Nina Schirmer


Radebeul. In der Corona-Krise ist häufig von Medikamenten-Engpässen zu hören. Einerseits, weil sich viele Bürger mit grundlegenden Medikamenten eindecken. Anderseits, weil viele Mittel nicht in Deutschland hergestellt und es zu Produktions- und Lieferschwierigkeiten kommt. Gute Nachrichten kommen aber vom Radebeuler Pharmaunternehmen Arevipharma: Schmerzmittel sind dort auch kurzfristig verfügbar, informiert Geschäftsführer Daniel Hoffmann.

Das Unternehmen stellt seit vielen Jahren Wirkstoffe für therapeutische Gebiete her. Besonderer Fokus liegt in Zeiten der Corona-Krise auf den Anästhetika Fentanyl, Fentanylcitrat, Remifentanil HCl und Ketamin HCl. Davon stehen von diesen Wirkstoffen genügend Vorräte im Lager für den direkten Abverkauf zur Verfügung, heißt es. Die Produktion weiterer Mengen könne je nach Bedarf auch kurzfristig erfolgen, um Apotheken und andere medizinische Institutionen deutschlandweit zu versorgen.

Im Werk an der Meißner Straße wird seit einigen Wochen Händedesinfektionsmittel hergestellt, das vorher nicht zu den Produkten gehörte. Produziert wird das Mittel für Universitätskliniken, Apotheken, Krankenhäuser und Firmen. Das Unternehmen reagierte damit auf einen Hilferuf, das derzeit vielfach fehlende Mittel zur Händedesinfektion herzustellen. Die Zulassung gilt zunächst bis zum 31. August 2020. Die Radebeuler würden allerdings gern danach weiter Desinfektionsmittel produzieren und dafür auch im hiesigen Werk in die Produktionsanlagen investieren.





Presse Beitrag "Die Zeit": Am Tropf

Deutschlands Arzneimittelhersteller sind von Importen aus Indien und China abhängig. Das ließe sich ändern, wird aber teuer.

Von Ingo Malcher
1. April 2020 DIE ZEIT Nr. 15/2020, 2. April 2020
Aus der ZEIT Nr. 15/2020

Am Tropf

Der Lastwagen war schon unterwegs zum Flughafen in Mumbai. Geladen hatte er 48.000 Packungen des Medikaments Hydroxychloroquin, produziert in Indien, bestellt von der Berliner Firma Aristo Pharma. Doch dann verbot die indische Regierung die Ausfuhr des Präparats, das angeblich die Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 mildert, so erzählt es Stefan Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung von Aristo Pharma. "Wir versuchen alles, um die Ware nach Deutschland zu kriegen", sagt er. "Bislang vergeblich."

In der Krise zeigt sich die Abhängigkeit Deutschlands von Asien im Medizinbereich. Die dortigen Fabriken produzieren konkurrenzlos billig und haben viele hiesige Anbieter aus dem Markt gedrängt. Das rächt sich nun. Die Ausgangssperre in Indien und eine schleppend anlaufende Produktion in China führen dazu, dass viele aus diesen Ländern stammende Rohstoffe für Pharmazeutika teurer werden.

Indien hat nicht nur den Export von Hydroxychloroquin verboten. Auch die Ausfuhr von Paracetamol und einer Reihe anderer Präparate wurde vergangene Woche per Dekret gestoppt. Einer der größten Produzenten des Landes warnte seine Kunden in einem der ZEIT vorliegenden Brief: "Wir können die nahtlose Belieferung nicht immer garantieren."

Normalerweise verkauft Aristo Pharma in Deutschland etwa 7.000 Packungen Hydroxychloroquin im Monat. Es wird bei chronischen Haut- und Gelenkerkrankungen verabreicht. Doch seit auch US-Präsident Donald Trump die Hoffnung genährt hat, das Mittel könne gegen Covid-19 helfen, ist der Absatz auf etwa 35.000 Packungen hierzulande hochgeschnellt. Und Koch bekommt immer wieder unseriöse Angebote: "Wir brauchen 10.000 Packungen, wir zahlen einen guten Preis", habe ein Anrufer gesagt. Er lehne so etwas stets ab, da verschreibungspflichtige Arzneimittel in Deutschland nur an Kliniken, Großhändler und Apotheken abgegeben werden dürfen.

Sein Problem ist ohnehin die Beschaffung von Wirkstoffen für die Eigenproduktion in Deutschland. Für viele Produkte aus Asien muss Koch derzeit deutlich mehr bezahlen, die Preise mancher Präparate seien infolge der Krise zum Teil massiv gestiegen.

Christoph Stoller, Deutschland-Chef des israelischen Generika-Herstellers Teva, zu dem die Marke Ratiopharm gehört, hat gerade eine Lieferung von Schmerzmitteln aus China per Luftfracht einfliegen lassen, was rund ein Viertel teurer war als die Seefracht. "Priorität hat die Sicherstellung der Lieferversorgung", sagt er. Eine gewaltige Herausforderung, denn es verkehren zurzeit viel weniger Schiffe zwischen den Kontinenten und nur ein Bruchteil der Flugzeuge.

Tag und Nacht versuchen die Einkäufer bei Teva den Nachschub zu organisieren, damit keine Versorgungsengpässe entstehen. Sie kaufen nicht nur Wirkstoffe. Sie brauchen auch Faltschachteln für Tabletten, Glas für Ampullen, Pumpen für Nasensprays. Und bei manchen Produkten, so berichtet Stoller, sage der Lieferant: "Ich würde es dir gerne zum alten Preis geben, aber da stehen zehn andere, die mehr bieten."

Versorgung der Patienten sicherstellen

Die Patienten kriegen von alldem kaum etwas mit. Wer in Deutschland krankenversichert ist, dem kann es egal sein, welchen Preis die Pharmaindustrie für Wirkstoffe oder Vorprodukte bezahlt. In von den Krankenkassen ausgeschriebenen Rabattverträgen haben sich die Hersteller dazu verpflichtet, Medikamente über einen bestimmten Zeitraum zu einem festgelegten Preis zu liefern. Die Ausschreibungen der Kassen gewinnt, wer die Lieferung garantieren kann und möglichst preiswert anbietet.

Die Techniker Krankenkasse hat gerade, federführend für alle Ersatzkassen, einen neuen Rabattvertrag ausgeschrieben, der ab April nächsten Jahres die Versorgung der Patienten sicherstellen soll. Doch das sorgt für Unmut bei den Generika-Herstellern in Deutschland. In derart turbulenten Zeiten sei es unmöglich, einen Festpreis zu garantieren, noch dazu über zwei Jahre, heißt es aus der Branche. "Wir möchten hiermit klarstellen, dass pharmazeutische Unternehmen auf absehbare Zeit (...) keine Planungssicherheit haben und dass wir Zeiten entgegensehen, in denen die Liefer- und Versorgungssicherheit in Deutschland eingeschränkt sein können", heißt es in einem Brief des Branchenverbandes Pro-Generika an den Spitzenverband Bund der Krankenkassen, der der ZEIT vorliegt.

Tim Steimle, Leiter des Arzneimittelbereiches der Techniker Krankenkasse, wehrt sich gegen die Kritik. Verträge mit den Herstellern würden die Versorgung von Patienten sichern. "Im Rahmen der Verträge gibt es immer die Möglichkeit, dass sich Unternehmen bei unvorhersehbaren Situationen an uns wenden. Um eine höhere Liefersicherheit zu gewährleisten, sind wir dann bereit, höhere Preise zu akzeptieren", sagt er.

Angesichts steigender Preise und verwundbarer Lieferketten erscheint es logisch, die Produktion von Wirkstoffen und Medikamenten wieder nach Deutschland zu holen, so wie es Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert. "Wir müssen die starke Abhängigkeit Deutschlands von China diskutieren", sagte Spahn vor einem Monat in Berlin. Auch sein Parteifreund Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier spricht sich hierfür aus. Aber wenn in Deutschland mehr produziert würde, hieße das auch, dass die Medikamente teurer würden.

Warum das so ist, kann Dirk Jung erklären. Er ist Geschäftsführer von Arevipharma in Radebeul bei Dresden. Jung schildert den Konkurrenzkampf mit den indischen Wettbewerbern am Beispiel des Betablockers Metoprololsuccinat: Vor drei Jahren stoppte Arevipharma die Produktion des Stoffes, weil sie nicht mehr rentabel war. Hersteller aus Indien bieten den Stoff für 43 Dollar das Kilo an. "Das ist in etwa das, was mich die Ausgangsstoffe und die Entsorgung der Produktionsabfälle kosten", sagt Jung.

Für Chemieabfälle gibt es in Deutschland strenge Regeln. Arevipharma hat eine thermische Verbrennungsanlage, aber nicht jedes kontaminierte Lösungsmittel kann verbrannt werden. Daher müssen manche Abfälle von Fachbetrieben abgeholt werden. All das kostet Geld. Jung hält die strengen Auflagen für richtig. "Wir wissen, was passieren kann, wenn solche Stoffe in die Umwelt gelangen", sagt er.

Und trotzdem: Wenn es Länder gibt, in denen nicht so penibel auf Mülltrennung geachtet wird, habe es keinen Sinn, einen Preiskampf loszutreten, sagt Jung. Aus seiner Sicht geht es darum, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen: "Wenn ich sage, ich will autark sein, dann muss ich den Herstellern helfen, diesen Weg zu gehen." Das bedeutet: ihnen mehr bezahlen.











Arbidol – a broad-spectrum antiviral

Given the fact of the worldwide spread of the coronavirus (SARS-CoV-2) and the global fight against it requests suitable therapeutics. A certain number of APIs such as Remdesivir or the anti-malaria drug Chloroquine are already tested for treatment related to the corona disease [i].

It is proposed by individual chinese experts to use Arbidol (Umifenovir) in combination with Darunavir as a potential treatment in the current coronavirus pandemic [ii, iii, iv]. Arbidol is a synthetic antiviral, originally developed to combat the influenza virus. Arbidol inhibits fusion between the viral capsid and the cell membrane of the target cell, thus preventing viral infection [v, vi]. It is also discussed that Arbidol could inhibit replication of an virus, such as Sars-Cov-2, and so stops mild cases from becoming severe or critical, although there needs to be further scientific proof [vii]. Current clinical studies, such as „The Efficacy of Lopinavir Plus Ritonavir and Arbidol Against Novel Coronavirus Infection“ are important to follow up [viii].

For Arevipharma Arbidol is a well-known API, since it was already produced in commercial scale some years ago. Currently Arevipharma is pushing the resumption of the production and also registration to provide Arbidol for the market in Europe and beyond.

We are also currently looking for interested pharmaceutical companies who are active in marketing of final drug products and have an interest to provide Arbidol Hydrochloride Monohydrate for European and American patients.

In case of interest please contact our business development team under Marika.Roennefahrt@arevipharma.com or Christina.Dreher@arevipharma.com

Arbidol – Antivirostatikum mit breitem Wirkspektrum

In Anbetracht der weltweiten Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) läuft die Suche nach geeigneter Medikation bzw. Impfstoffen auf Hochtouren. Ausgewählte Wirkstoffe, wie z.B. Remdesivir oder Chloroquine (im Einsatz gegen Malaria), werden bereits im Zusammenhang mit dem Coronavirus getestet [i].

Einige chinesische Experten raten zu einer Verabreichung von Arbidol (Umifenovir) in Kombination mit Darunavir für die potentielle Behandlung in der aktuellen Coronavirus-Pandemie [ii, iii, iv]. Bei Arbidol handelt es sich um ein synthetisches Virostatikum, welches ursprünglich für die Bekämpfung des Influenzavirus entwickelt wurde. Arbidol inhibiert die Fusion zwischen dem viralen Capsid und der Zellmembran der Zielzelle und beugt somit einer viralen Infektion vor [v, vi]. Zurzeit wird darüber diskutiert, ob Arbidol auch die Virusreplikation, z.B. bei Sars-Cov-2, inhibieren kann und in Folge dessen ein kritischer Verlauf der Krankheit vermieden werden könnte. Weiterführende wissenschaftliche Untersuchungen stehen jedoch noch aus [vii]. Aktuelle klinische Studien, wie z.B. „The Efficacy of Lopinavir Plus Ritonavir and Arbidol Against Novel Coronavirus Infection“ spielen dabei eine wichtige Rolle [viii].

Der Arevipharma ist Arbidol nicht unbekannt, es wurde bereits vor einigen Jahren am Standort in einer ersten Kampagne produziert. Zurzeit wird die Wiederaufnahme der Produktion bzw. die Zulassung mit Hochdruck vorangetrieben, um dieses auch für den Markt in Europa und darüber hinaus bereitzustellen.

Wir bieten interessierten Arzneimittelherstellern an, Arbidol Hydrochloride Monohydrate für europäische und amerikanische Patienten zur Verfügung zu stellen.

Bitte kontaktieren Sie bei Interesse Arevipharmas Business Development Team, Ansprechpartner: Marika.Roennefahrt@arevipharma.com oder Christina.Dreher@arevipharma.com


Quellennachweis
[i] Report of the WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019 (COVID-19), 16-24 February 2020
[ii] Ng E (4 February 2020). "Coronavirus: are cocktail therapies for flu and HIV the magic cure?". South China Morning Post. Bangkok and Hangzhou hospitals put combination remedies to the test.
[iii] Zheng W, Lau M (4 February 2020). "China's health officials say priority is to stop mild coronavirus cases from getting worse". South China Morning Post.
[iv] Lu H (January 2020). "Drug treatment options for the 2019-new coronavirus (2019-nCoV)". Bioscience Trends. doi:10.5582/bst.2020.01020.
[v] Y. S. Boriskin, I. A. Leneva, E.-I. Pecheur, S. J. Polyak. Arbidol: A Broad-Spectrum Antiviral Compound that Blocks Viral Fusion, Current Medicinal Chemistry, 2008, 15, 10, doi 10.2174/092986708784049658
[vi] Arbidol as a broad-spectrum antiviral: An update, Antiviral Research 107 (2014) 84–94, doi.org/10.1016/j.antiviral.2014.04.006
[vii] Progress seen in epidemic fight, Wang Xiaoyu, China Daily, 2020-02-20
[viii] ClinicalTrials.gov Identifier: NCT04252885




Händedesinfektionsmittel zur Versorgung der umliegenden Region

Aufgrund der weltweiten Verbreitung des Virus COVID-19 (Coronavirus) und der zunehmenden Gefahr für die regionale Bevölkerung im Umkreis der Arevipharma, möchten auch wir einen Beitrag zur Eindämmung und Bekämpfung der Ausbreitung leisten.

Als Produzent von chemischen Erzeugnissen für die Pharmaindustrie haben wir alle technischen Voraussetzungen in Situationen wie dieser zusätzlich zu unserem normalen Geschäftsbetrieb auch Mittel zur hygienischen Händedesinfektion bereitzustellen. Wir möchten damit hauptsächlich umliegende Krankenhäuser, Kliniken, Apotheken und Fachpraxen unterstützen. Nach ersten Meldungen und Schätzungen scheint sich die bereits entstandene Versorgungslücke auf einen Bedarf von mehreren 100.000 L ausgeweitet zu haben.

Es ist daher unser Ziel, so schnell wie möglich zu handeln!

Bild: © Wikipedia





Engpässe für Medikamente sind hausgemacht

Der Chef des Radebeuler Unternehmens Arevipharma warnt vor Preissprüngen. Pharmahersteller hätten sich Know-how aus den Händen nehmen lassen.

Es gab mal eine Zeit, da galt Deutschland als die Apotheke der Welt. Fast alle namhaften Pharmafirmen bezogen ihre Wirkstoffe von hier. Die Hoechst AG war in den 1980er-Jahren der größte Produzent weltweit. Und schon daran wird klar: Die Chemie- und Pharmabranche waren auf das Engste verwoben. „Um einen Wirkstoff herzustellen, sind chemische Prozesse notwendig“, sagt Dirk Jung. Seit Oktober 2019 ist er gemeinsam mit Daniel Hoffmann Geschäftsführer der Radebeuler Arevipharma GmbH.

Der Wirkstoffhersteller hat gute, aber auch schlechte Zeiten hinter sich. Vor fünf Jahren wurde die Belegschaft von 260 auf 120 Mitarbeiter abgeschmolzen. Die in Radebeul hergestellten Wirkstoffe verkauften sich schlecht, „weil wir einfach zu teuer waren im Vergleich zur Konkurrenz“, sagt Daniel Hoffmann. Die sitzt zumeist in China oder Indien und liefert längst nicht mehr nur Wirkstoffe an die Pharmakonzerne in Deutschland und Europa. „Die Firmen sind auch unsere Lieferanten für Rohstoffe“, sagt Dirk Jung und legt ernüchtert nach: „Wir haben in diesem Bereich die Dinge leider aus der Hand gegeben.“

Angefangen hat es im November 1986, als Lagerhallen der Schweizer Chemiefirma Sandoz bei Basel in Flammen aufgingen. Die Gebäude standen in unmittelbarer Nähe zum Rhein und allein über das Löschwasser gelangten 20 Tonnen Gift in den Fluss. Die Pestizide und Herbizide ließen das Ökosystem kippen und sorgten für ein massenhaftes Fischsterben.

In der Folge wuchs das Umweltbewusstsein und die Pharmabranche erkrankte an Schizophrenie. Man wollte mit den „Giftmischern“ nichts mehr zu tun haben. Die Höchst AG brauchte zwar noch mehr als zehn Jahre, um ihre Chemiesparte abzuspalten. Aber die Arzneimittelhersteller firmierten reihenweise als Life-Scienes-Firmen.


Weniger Wirkstoffhersteller in Deutschland

In Asien beobachtet man diese Entwicklung aufmerksam. Mit staatlichen Subventionen wurden gleich mehrere Chemiefabriken gebaut. Von hier kamen nun fortan die Wirkstoffe, die bei den Pharmaherstellern zu Tabletten, Salben oder Infusionen weiterverarbeitet werden.

Es gibt sie zwar auch in Deutschland noch, die Wirkstoffhersteller – auch Arevipharma gehört dazu – aber ihre Zahl ist in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden. Der Preisdruck ist enorm und daran, so Jung, sei die Politik nicht ganz unschuldig. Unter anderem sind es die Krankenkassen, die gemeinsam mit den Medikamentenherstellern Rabattverträge aushandeln.

Die kommen oft kurzfristig zustande und funktionieren nach nur einer einzigen Regel: so billig wie möglich. In der Folge kaufen viele Pharmakonzerne ihre Wirkstoffe in Fernost. Ein Umdenken setzt oft erst dann ein, wenn es Probleme gibt, wie unlängst beim Blutdrucksenker Valsartan. Der chinesische Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical musste 2018 eine produktionsbedingte Verunreinigung dieses Wirkstoffs mit mutmaßlich krebserregendem N-Nitrosodimethylamin einräumen.

Der Name der Arevipharma GmbH in Radebeul ist irreführend. Denn hier werden keine Medikamente, sondern nur die Wirkstoffe für die Tabletten und Infusionen hergestellt. Der Konkurrenzdruck ist hoch, vor allem asiatische Hersteller produzieren günstiger.

Grundsätzlich sind die in Asien hergestellten Wirkstoffe sicher, sagt Dirk Jung. Probleme in der Produktion seien immer möglich, auch in Anlagen, die in Deutschland stehen. Der chargenbezogene Rückruf des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte schreckte allerdings auf. Die Öffentlichkeit diskutierte über Arzneimittelsicherheit und über die Herstellungswege von Medikamenten.

Die sind durchaus verworren und oftmals selbst für Apotheker nicht nachvollziehbar. „Fragen Sie in Ihrer Hausapotheke, ob die Tablette oder der Wirkstoff aus Deutschland kommen, die Mitarbeiter werden Ihnen in den seltensten Fällen Auskunft geben können“, so Jung. Anders sei das in den USA. Dort sind die Warning Letters der FDA gefürchtet bei den Pharmaunternehmen.

Die Food and Drug Administration veröffentlicht bei Kontrollen festgestellte Abweichungen, beispielsweise bei den Konzentrationen von Wirkstoffen. Die betroffenen Hersteller werden informiert, parallel dazu sind die Verstöße öffentlich einsehbar, und zwar den kompletten Produktionsprozess betreffend, vom Rohstofflieferanten bis zum Hersteller der Tablette.


Medizin wird knapp

Und während sich die Aufregung um verunreinigte Blutdruckmedikamente wieder gelegt hat, gibt es immer öfter Berichte zu Arzneimittelknappheit. Besonders betroffen sind Präparate für Krebspatienten, Antidepressiva und einzelne Schmerzmittel. Ob sich die Versorgungslage durch den zuerst in China aufgetretenen Coronavirus weiter verschärfen wird, dazu wagt Dirk Jung keine Prognose.

Er sieht für die bereits bestehenden Engpässe zwei Gründe. Der erste liege schlicht in den langen Wegen, die Roh- und Wirkstoffe zurücklegen müssen. Die Arevipharma GmbH bezieht ihre Rohstoffe teilweise aus Asien und allein deren Anlieferung dauert bis zu drei Monate. „Dann produzieren wir einen Teil der Wirkstoffe auf Vorrat“, so Geschäftsführer Jung. Es sei eine Wette auf die Zukunft und darauf, dass die langjährigen Kunden die Tenderausschreibung der Krankenkassen gewinnen und das entsprechende Medikament herstellen dürfen.

Dann geht alles ganz schnell. Arevipharma liefert den Wirkstoff und bei den Pharmaherstellern beginnt die eigentliche Arzneimittelherstellung. Die Tenderausschreibungen der Kassen erfolge immer kurzfristiger. Den Unternehmen bleibe immer weniger Zeit und so seien aus Sicht des Radebeuler Unternehmers die Versorgungsengpässe hausgemacht.

Der zweite Grund liege in der Auslagerung der Wirkstoffproduktion nach Asien. „Wir haben da sehr viel Know-how freiwillig aus den Händen gegeben, das sich heute nicht mehr zurückholen lässt“, sagt Jung.

Andere Länder versuchen es zumindest und wollen Teile der Wirkstoffproduktion wieder zurückholen. Auch von Deutschland wünschte sich Dirk Jung ein solches Signal. Es sei nicht auszudenken, wenn es, ähnlich dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, zu politischen Verwerfungen mit Europa käme.

Dann stünde die Versorgungssicherheit mit zahlreichen Medikamenten auf dem Spiel. Deshalb wünschte sich der Unternehmer, dass die Rabattverträge nicht nur auf den Preis fokussieren, sondern auch einen Mindestprozentsatz der Wertschöpfung in Deutschland oder zumindest Europa vorschreiben.


Arbeit in vier Schichten

Dann würde in Radebeul vielleicht auch wieder der Betablocker Metoprolol hergestellt, mit dem Bluthochdruckpatienten behandelt werden. „Verschiedene Wirkstoffe haben wir bereits aus der Produktion genommen“, sagt Jung. Die Bereinigung des Portfolios geschehe nicht ganz freiwillig, sondern aus Mangel an Abnehmern, die bereit sind, zu angemessenen Preisen zu kaufen.

Zurzeit verfügt Arevipharma über 39 Wirkstoffe mit über 100 Zulassungen weltweit. Die Stoffe werden zu Herz-Kreislaufmedikamenten, in Narkotika oder Antidepressiva weiterverarbeitet. Um noch wirtschaftlicher arbeiten zu können, wurde auch der Vier-Schicht-Betrieb wieder eingeführt.

Doch selbst dann ist man von den Erzeugerkosten in Asien weit entfernt, zumal sich China seiner Marktmacht bewusst ist. Die Rohstoffe kosten kaum weniger als die fertigen Wirkstoffe. Das ist ein verlockendes Angebot für die Pharmaunternehmen.

Von Ines Mallek-Klein

Foto: © dpa/Arevipharma





Karrierestart 2020

Jedes Unternehmen will die besten Mitarbeiter. Jungen Berufsstartern den Beruf eines Chemikanten/-in oder Labaranten/-in nahe zu bringen, ist in der heutigen Zeit Herausforderung und Anreiz zu gleich.

Wer könnte die Fragen der Berufneulinge und Ausbildungssuchenden besser beantworten als unsere eigenen Auszubildenden? Deshalb hat sich die Arevipharma entschlossen, auf dem Messestand der Karrierestart 2020 unsere Auszubildende selbst ihre Erfahrungen der letzten Jahre widerzuspiegeln.

Diese Entscheidung war goldrichtig. So fanden zahlreiche Gespräche zwischen Jugendlichen auf Augenhöhe statt. Viele hatten eine Ausbildung als Chemikant bis jetzt noch nicht in Erwägung gezogen. Nachdem man hautnah den Job hinterfragen konnte, hat sich das bei einigen geändert. Wir sind sehr zuversichtlich, unsere Ausbildungsplätze auch im kommenden Ausbildungsjahr voll zu besetzen und freuen uns auf alle neuen Auszubildende.

Wir möchten uns für den Einsatz aller Beteiligten, insbesonders unserer Auszubildenden Franziska Apelt, Lillie Schlüter, Leoni Krysiak, Sebastian Rein, Clemens Usemann und Manuel Neuhäuser für ihr Engagement und Begeisterungsfähigkeit herzlich bedanken.






Arevipharma unterstützt Benefizkonzert „Takte gegen Krebs“

Eine Krebserkrankung bringt das Leben aus dem Takt und ist für Patienten und Angehörige ein dramatischer Einschnitt.

Ein Einschnitt ist es auch, wenn ein Musikstück plötzlich abbricht und statt der eben gehörten Melodie Stille einkehrt. [Quelle: https://www.nct-dresden.de/das-nctucc-dresden/spenden/takte-gegen-krebs-2020.html]
Um genau das zu verhindern, spendet Arevipharma Takte für das Benefizkonzert am 12. März 2020.

Denn nur erworbene Takte werden auch von den Dresdner Kapellsolisten, die komplett auf ihre Gage verzichten, gespielt.
Der Erlös geht zugunsten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC), wo neue Strategien und Technologien gegen Krebs entwickelt werden.



Sicherheit steht bei der Arevipharma GmbH an erster Stelle


Bild: „Simulierte Havarie“


Bild: „Unsere Werkfeuerwehr im Einsatz.“

Unsere Anlagen sind durch eine Vielzahl technischer Sicherheitsvorkehrungen geschützt, wie z.B. Gaswarneinrichtungen, Temperatur- und Druckwarneinrichtungen, Flammendurchschlagsicherungen und Brandmeldeeinrichtungen. Auch zum Schutz der Umwelt sind zahlreiche Sicherheitseinrichtungen installiert.
Präventiv sind Mitarbeiter aller Abteilungen in Vorsorgemaßnahmen eingebunden.

Darüber hinaus sind wir für den Ernstfall bestens vorbereitet. Durch Alarmpläne stellen wir sicher, dass für jeden Einsatzfall die entsprechenden Einsatzkräfte und kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Rund um die Uhr ist unsere hautamtliche Werkfeuerwehr für den Notfall bereit und kann zu jeder Zeit sofort eingreifen. Die Werkfeuerwehr wird über den Notruf oder z.B. die automatische Brandmeldeanlage alarmiert. Ersthelfer und Brandschutzhelfer sowie unsere nebenberuflichen Feuerwehrkräfte stehen auch für den Ernstfall bereit. Gezielte betriebliche Maßnahmen zur Eingrenzung der Auswirkungen sind ebenfalls vorgesehen.
Auf höchster Ebene übernimmt der Werkskrisenstab – im Falle schwerwiegender Ereignisse – die Leitung und Koordination aller Maßnahmen zur Bewältigung des Notfalles.
Die Verbindung zu den öffentlichen Feuerwehren ist ständig gegeben.


Bild: „Anrückende Feuerwehrkäfte“
Nur die Übung macht den Meister. Daher trainieren wir ständig unsere Abläufe um unsere Einsatzsicherheit immer zu gewährleisten und um potentielle Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und abzustellen.
Die Werkfeuerwehr und der Werkskrisenstab trainieren in Zusammenarbeit mit den Behörden und der örtlichen Feuerwehr regelmäßig den Ernstfall.

Bild: „Gefahrstoffbekämpfung“

Bild: „Gefahrstoffbekämpfung“

Bild: „Dekontamination“
Die Großübung am 26. November 2019 mit der Werkfeuerwehr der Arevipharma GmbH und den Feuerwehren Radebeul, Reichenberg und Coswig war ein guter Erfolg.
Das Übungsszenario: eine Havarie mit einer entzündlichen, gesundheitsschädlichen und ätzenden Flüssigkeit und einem Verletzen, konnte sehr realitätsnah simuliert werden.
Die externen Feuerwehren waren sehr schnell mit mehreren Fahrzeugen u.a. einem Gefahrstoffzug an der Einsatzstelle und begannen sofort mit der Menschenrettung und der Gefahrenabwehr.

An der Großübung waren rund 60 Kameradinnen und Kameraden der Werkfeuerwehr, der nebenberuflichen Einsatzkräfte der Arevipharma GmbH und der öffentlichen Feuerwehren sowie 5 weitere Mitarbeiter der Arevipharma GmbH beteiligt.


Bild: „ABC Übung 2019“

Bild: „ABC Übung 2019“

Bild: „ABC Übung 2019“

Bild: „ABC Übung 2019“

Sicherheit ist oberste Priorität, daher ist die Verantwortung für Sicherheit und Gefahrenabwehr auf der höchsten Ebene verankert. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass der Leiter der Werkfeuerwehr Herr Bauer, die Sicherheitsfachkraft Herr Beyer und der Geschäftsführer Herr Dr. Jung, der im Ernstfall auch die Leitung des Werkskrisenstabes innehat, an der Übung teilgenommen haben.

Das Fazit der Übung lautet: alle Beteiligten haben sehr gut zusammengearbeitet und sehr schnell reagiert. Die komplex und realitätsnah angelegte Übung ist darüber hinaus ein Beleg für die professionelle Organisation unserer Werkfeuerwehr.
Allen Beteiligten gilt ganz besonderer Dank!





Rückblick CPhI 2019

Am 05. November um 9:30 Uhr war es wieder soweit – die CPhI Worldwide (Convention on Pharmaceutical Ingredients) öffnete ihre Tore, dieses Mal in Frankfurt. Traditionell war das Team von Arevipharma mit eigenem Meetingraum am Stand der Midas Pharma präsent. Mit ca. 45.000 Besuchern und ca. 2.500 Ausstellern war die CPhI auch in diesem Jahr eine gute Plattform für den Ausbau bestehender als auch neuer Geschäftsbeziehungen. Die positive Entwicklung der Arevipharma, mit Themenschwerpunkten, wie exklusive Lohnherstellung sowie Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit durch strukturelle und strategische Investitionen wurde vom Kundenstamm wohlwollend aufgenommen.

Mittlerweile sind alle Kollegen wieder gut in Radebeul angekommen. Die eigentliche Arbeit hat damit aber erst begonnen, denn nun geht es in die Auswertung der zahlreichen Kundengespräche.



Arevipharma begrüßt Sie auf der CPhI in Frankfurt 2019

Arevipharma ist wie jedes Jahr auf der CPhI Worldwide mit einem starken Vertriebsteam vertreten.

Wir begrüßen Sie vom 05.11.2019 bis 07.11.2019 in Frankfurt am Stand 40C11

Neben dem bestehenden Produktportfolio stellen wir Ihnen gern unsere technischen Möglichkeiten im Bereich individueller Auftragssynthesen und unsere neuen Anlagen vor.
Wir freuen uns auf spannende, erfolgreiche Gespräche und Projekte.

Arevipharma – quality made in Germany.



Certificate of suitability received!
R0-CEP 2018-070-Rev 00

In April 2019, Arevipharma have received its Certificate of Suitability for Remifentanil Hydrochloride thus being one of the first global suppliers of this API with a CEP. A fact Arevipharma are justifiably proud of.

Arevipharma are one of the largest German manufacturers of narcotic generics. The production of narcotics at the site Radebeul located close to Dresden has a long tradition. Today, Arevipharma, being appreciated for its excellent know-how and premium quality, supply its products all over the world.

Do we have awakened your interest in Remifentanil Hydrochloride or any other narcotic substance of our portfolio?

Please do not hesitate to contact us. We will be happy to answer your questions and help you with sample quotations.


Generiert: 7 ms