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Die Überführung der Fabrik nach Radebeul und erfolgreiche Aufnahme der Fabrikation.



Die Salicylsäure-Fabrik Dr. Friedrich von Heyden in Radebeul 1875
Dem Entschluß zu einer Verlegung und Vergrößerung der Fabrik folgte bald die Ausführung. Als Ort dafür wurde nach langem Suchen das nahe bei Dresden an der Straße nach Leipzig gelegene, damals noch kleine Dorf Radebeul gewählt. Maßgebend für diese Wahl dürften billige Bodenpreise gewesen sein, außerdem die Nähe der Landeshauptstadt Dresden, die Möglichkeit zu wesentlicher Vergrößerung, die damals freie Lage ohne Nachbarschaft, die Nähe der Dresden — Leipziger Eisenbahn und reichlich vorhandenes gutes Grundwasser. Die Wahl erwies sich auch weiterhin als vorteilhaft, mit Ausnahme vielleicht des einen Umstandes, daß die weite Entfernung zur Elbe später manche Schwierigkeiten bei der Ableitung der ständig zunehmenden Abwässer mit sich brachte und die billige Kohlenzufuhr auf dem Wasser unmöglich machte. Die Lage in der landschaftlich schönen Lößnitz am Rande eines großen Waldes wird für die Auswahl des Ortes zwar weniger bestimmend gewesen sein, erwies sich aber doch dauernd als ein angenehmer Vorteil für die ganze Belegschaft der Fabrik. Dr. von Heyden kaufte also ein Stück unbebautes ödes Land in dem damals auch auf der Südseite der Leipziger Straße befindlichen Radebeuler Kiefernwald (Parzelle Nr. 783 des Flurbuches) und holte Kostenanschläge für den Neubau und seine Einrichtung ein. Für den Bau der Gebäude erhielten die Baumeister Gebrüder Ziller in Oberlößnitz den Zuschlag. Sie hatten den Bau eines 24 m langen, 8 m tiefen und zwei Stockwerke hohen Fabrikgebäudes mit 5097 Talern veranschlagt, ferner ein Kesselhaus mit 934 Talern und einen Kohlen- und Geräteschuppen mit 235 Talern. Der Bau begann im Sommer und wurde laut noch vorhandenen Quittungen in Raten von je 1000 Tälern bis zum 11. Dezember 1874 bezahlt. Mehrere weitere Gebäude wurden bereits im nächsten Jahr errichtet und in Verwendung genommen. Den Auftrag zur maschinellen Einrichtung erhielt zum großen Teil der Dresdner Maschinenfabrikant Otto Türcke im Juni 1874. Aus dem Inhalt der noch vorhandenen ersten Bestell- und Lieferscheine seien genannt eine „Hochdruck"-Dampfmaschine mit drei Pferdekräften und einem Dampfkessel von 14 qm Heizfläche und Atmosphären Überdruck, außerdem sechs eiserne „Retorten" mit Rührzeugen, Trockenpfannen, eine Brunnenpumpe mit Wasserbehälter, Rührböcke, Transmissionen, Riemenscheiben und ähnliches, alles in uns heute sehr klein erscheinenden Ausmaßen, aber doch weitaus größer als bei der Versuchs-Apparatur in Dresden. Die Einrichtung machte schnelle Fortschritte und war bald nach Beginn des Jahres 1875 so weit fertig, daß sie in Betrieb genommen werden konnte. Zur gleichen Zeit, am 11. Februar 1875, erfolgte die Eintragung der Firma in das Handelsregister der Stadt Dresden, die Herrn Dr. Friedrich von Heyden als Inhaber und Herrn Carl Heinrich Rentsch als Prokuristen nennt. Wer die vielen Schwierigkeiten und Tücken einer solchen Neufabrikation kennt und hinzurechnet, daß die Erfahrungen für die Herstellung großer Mengen doch noch sehr ungenügend waren, der kann sich leicht vorstellen, welche unermüdliche Tätigkeit Herr Dr. von Heyden aufbringen mußte, um die Fabrikation in Gang zu bringen und ein gutes Produkt zu liefern. Mußte er als einziger Chemiker der neuen Fabrik doch erst selbst alles ausprobieren, die Arbeiter anlernen, Rohprodukte und die fertige Säure prüfen und außerdem, was vielleicht das allerschwerste war, Verwendungsgebiete für die neue Ware suchen und sie den Ärzten, Fabrikanten und dem großen Publikum bekanntmachen, um auf diese Weise den nötigen Absatz zu schaffen. Auch Professor Kolbe untersuchte weiterhin, teilweise mit seinem damaligen Assistenten Dr. Ernst von Meyer, dem späteren Dresdner Ordinarius für organische Chemie und Mitglied des Aufsichtsrats der Aktiengesellschaft, in mustergültigen Arbeiten die Eigenschaften der interessanten Säure, und auch von medizinischer Seite erfolgte eine solche Fülle von Veröffentlichungen aus aller Welt, daß ihre Besprechung an dieser Stelle zu weit führen würde. Überraschend schnell wurden alle Vorurteile gegen das neue Produkt überwunden, die Salicylsäure führte sich zur Konservierung von Nahrungsmitteln aller Art ein und in gleichem Maße gewann sie immer größeres Ansehen als Arzneimittel. Die Medizin und speziell die Chirurgie stand damals noch unter dem Eindruck der epochemachenden Arbeiten Lord Listers über die antiseptische Wundbehandlung und es zeigte sich, daß die von diesem großen Forscher und Wohltäter der Menschheit als Antiseptikum empfohlene Karbolsäure in vielen Fällen vorteilhaft durch Salicylsäure ersetzt werden konnte. Ihre Wirkung ist der des Phenols sehr ähnlich, aber sie hat vor ihm die großen Vorteile, daß sie geruchlos und viel weniger giftig ist und nicht die ätzenden Eigenschaften der Karbolsäure zeigt. Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, daß die Antisepsis erst durch die Salicylsäure recht eigentlich zur Geltung kam und sich durchsetzte. Einen Beweis dafür lieferte unter anderem auch der starke Absatz von Salicylsäure nach dem Schauplatz des russisch-türkischen Krieges in den Jahren 1877 —1878. Noch wichtiger erwies sich die neue Säure durch ihre Brauchbarkeit als Fiebermittel und, in Form ihres Natronsalzes, ganz besonders als spezifisch wirkendes Mittel gegen Gelenkrheumatismus, eine Krankheit, der man bis dahin machtlos gegenüber gestanden war. Auch die Tierheilkunde machte sich bald das neue Heilmittel zu Nutze und verwendete es z. B. zur wirksamen Bekämpfung des gefürchteten Rotlaufs der Schweine. Schon im Laufe der ersten Jahre nach der Einführung dürfte es keine Apotheke in irgend einem Kulturstaat gegeben haben, in der nicht Salicylsäure aus der Radebeuler Fabrik bereit gestanden wäre, um Leiden zu lindern und zu heilen, für die es ein gleichwertiges Mittel vorher nicht gegeben hatte.
Überblickt man endlich die große Reihe von Präparaten, die in der Folgezeit aus Salicylsäure hergestellt wurden, und bedenkt man außerdem, daß auch heute noch, trotz aller Fortschritte auf dem Gebiete der Arzneimittelsynthese, kein anderes medizinisches Präparat in so enormen Mengen fabriziert wird wie die Salicylsäure, dann wird man erkennen, welcher Segen für die leidende Menschheit von der anfangs so kleinen und unscheinbaren Fabrik Dr. von Heydens ausging. Man wird aber auch die hohe Bedeutung dieser Fabrik für die deutsche chemische Industrie anerkennen müssen, die nach ihrem Vorbild die Fabrikation weiterer synthetischer Heilmittel aufnahm und bald nahezu den ganzen Weltbedarf an solchen decken konnte.


Die Fabrik 1875 Rückansicht
Über die Entwicklung der Fabrikation in den ersten Jahren unterrichtet uns besonders gut ein noch vorhandener Bericht Dr. von Heydens an eine Handelskammer aus dem Jahre 1879, dem wir einige Daten entnehmen wollen. Nach seiner Zusammenstellung wurden die beiden wichtigsten Rohmaterialien, Phenol und Ätznatron ausschließlich aus England bezogen, da sie im Inland weder in gleicher Reinheit noch in genügender Menge fabriziert wurden. Interessant sind die Produktionszahlen und die Verkaufspreise für Salicylsäure. die folgendermaßen angegeben werden :

Verkaufte Menge: Verkaufspreis pro kg ab Fabrik:
1875 4.000 kg 25.— M.
1876 8.500 kg 21.— M.
1877 17.000 kg 17.— M.
1878 25.000 kg 15.— M.

Mindestens 3/2 der Produktion gingen nach dem Ausland und zwar werden als Absatzgebiete genannt England, Rußland, Österreich, Belgien, Holland, Italien, Schweiz, Skandinavien, Dänemark und überseeische Kulturländer, unter denen schon frühzeitig Japan eine Rolle spielte.
Auskunft erhalten wir auch über die Belegschaft der Fabrik und die an sie bezahlten Löhne und Gehälter:

Arbeiter Angestellte Löhne Gehälter
1875 15 15 13 500.— M. 10 000.— M.
1876 18 4 16 000.— M. 11 000.— M.
1877 22 5 21 000.-- M. 14 000.— M.
1878 27 6 24 000.— M. 18 000.— M.
Am Schlusse seines Berichtes, der Material für Zolltarifverhandlungen liefern sollte, faßte Dr. von Heyden die gemachten Erfahrungen in folgende Bemerkung zusammen: „Die Fabrik ist von mir, dem Mitinhaber und Ausführenden der Kolbe'schen Patente, eigens zum Zwecke der Salicylsäurefabrikation gegründet worden. Nicht allein für Publikationen, sondern auch für Versuche behufs Feststellung der Wirkung des in der Medizin, Chirurgie, Veterinärpraxis wie als Konservierungsmittel zu hoher Bedeutung gelangten Artikels, ferner zur Errichtung eines Etablissements, das den Weltbedarf zu decken vermag, bis jetzt aber erst teilweise beschäftigt ist, sowie auch zur Führung von Patentprozessen — von sieben schweben noch drei — habe ich enorme Summen aufwenden und im Geschäft erübrigen müssen. Aus diesem Grund, wie rücksichtlich der großen Wichtigkeit, welche der speziell deutsche Industriezweig aller Voraussicht nach erlangen und in Verbindung damit der Artikel nach dem gesamten Ausland eine entsprechende Steigerung noch erfahren muß, ist der von mir vertretene Industriezweig einer besonderen Schutzmaßnahme angelegentlichst zu empfehlen." Diese Schutzmaßnahmen sollten besonders in zollfreier Einfuhr von Phenol und Ätznatron und dem Bemühen um niedrige Zölle für die Salicylsäure im Ausland bestehen. Daß zum Aufbau und der Weiterführung der Fabrik Dr. von Heydens die früher genannten bescheidenen Geldsummen nicht genügt haben können, ist selbstverständlich. Für weiteren Bedarf fand er bei der 1872 begründeten, damals also noch sehr jungen, aber energisch aufstrebenden Dresdner Bank so großes Vertrauen und Entgegenkommen, daß er bedeutende Kapitalien von ihr aufnehmen konnte. Seitdem haben immer rege geschäftliche Beziehungen zwischen der Fabrik und der zu großer Bedeutung gekommenen Bank bestanden. Außerdem erhielt Dr. von Heyden eines Tages überraschenden Besuch des Stuttgarter Großindustriellen, späteren Geheimen Kommerzienrates Gustav Sieg I e, der besonders durch seine Beteiligung an der Gründung der jetzt zur I. G. Farbenindustrie A. G. gehörigen Badischen Anilin- und Sodafabrik bekannt geworden ist. Zuerst mit Mißtrauen empfangen und behandelt, wußte der erfahrene Finanzmann durch den Hinweis auf seine reichen Verbindungen und eigene Kapitalkraft seine Beteiligung an dem neuen Unternehmen so verführerisch hinzustellen, daß ihn Dr. von Heyden nach längeren Verhandlungen als stillen Teilhaber aufnahm. Ein gerichtsamtlich beglaubigter Vertrag vom 1. Januar 1876 regelte das Verhältnis der Gesellschafter in der Weise, daß Herr Geheimer Hofrat Professor Dr. Kolbe seine Patente einlegte, Herr Gustav Siegle ein Kapital von 90 000 M. und Herr Dr. von Heyden den ebenso hoch eingesetzten Inventurwert seiner Fabrik. Diesen Einlagen entsprechend sollte der Reingewinn nach Abzug bestimmter Sätze, die Herrn Dr. von Heyden für die Geschäftsführung und Herrn C. Rentsch für die kaufmännische Leitung zustanden, gleichmäßig an die drei Gesellschafter verteilt werden. Ein reicher Briefwechsel zwischen Dr. von Heyden und Herrn Siegle beweist das große Interesse des letzteren für das junge Unternehmen, das er mit Rat und Tat nach Kräften förderte. Auf sein Betreiben hin erhielt Herr J. Ha u f f, der Inhaber einer damals noch kleinen chemischen Fabrik in Feuerbach bei Stuttgart, an der Herr Gustav Siegle ebenfalls finanziell interessiert war, die erste Lizenz zur Herstellung einer gewissen Menge Salicylsäure, was die Veranlassung zum Aufblühen auch dieses Unternehmens gewesen sein dürfte. Eine Gefahr für die junge Radebeuler Fabrik wird in Dr. von Heydens oben wiedergegebenem Bericht bereits angedeutet, die drohende Konkurrenz durch andere chemische Fabriken, welche die günstigen Aussichten der neuen Fabrikation wohl erkannt hatten und ebenfalls auszunützen versuchten. Man hatte einen Satz in Kolbes Lehrbuch der organischen Chemie aus dem Jahre 1860 ausfindig gemacht, der, wie man jetzt wohl zugeben darf, tat sächlich unklar ist und, aus dem Zusammenhang herausgenommen, als patent-hindernde frühere Veröffentlichung des Verfahrens hingestellt werden konnte.


Die Salicylsäure-Fabrik Dr. Friedrich von Heyden im Jahre 1880 - Rückansicht
Eine ganze Anzahl bedeutender Firmen griff darauf hin die Salicylsäurepatente an und mehrere glaubten sich ihres Erfolges so sicher, daß sie bereits vor der Entscheidung nach dem gleichen Verfahren zu fabrizieren begannen. Dr. von Heyden verteidigte aber seine Rechte aufs energischste und führte Prozesse gegen seine Widersacher, so gegen Neustadt & Co. in London, die Bevollmächtigten von E. Merck in Darmstadt, ebenso gegen Riedel und Schering in Berlin, Schlumberger in Belgien. Besonders großen Umfang nahm der Rechtsstreit mit Merck an, der in England geführt wurde und bei dem Dr. von Heyden berühmte Chemiker wie die Professoren Frankland und Armstrong als Sachverständige auf seiner Seite hatte. Der Prozeß gegen die Chemische Fabrik auf Aktien, vormals E. Schering, führte sogar zur Veröffentlichung von Streitschriften, in denen einerseits Dr. von Heyden, andererseits die Direktoren der Firma Schering, die Herren E. Schering und J. F. Holtz sich heftig bekämpften. Die gegnerischen Bemühungen blieben aber erfolglos; es gelang dem unerschrockenen Kämpfer für die Kolbeschen Patente in allen Fällen, deren Gültigkeit durchzusetzen und zu erhalten. Dieser glänzende Sieg trug nach Dr. von Heydens eigenem Zeugnis sehr zu den nachfolgenden großen Erfolgen der Salicylsäure bei und machte den Namen von Heyden in aller Welt bekannt und berühmt. Mit mehreren Prozeßgegnern, so mit Schering und Riedel, kamen später Lizenzverträge zustande, welche beiden Teilen Vorteile sicherten und dadurch die Gegner wieder versöhnten. Es mag hier erwähnt werden, daß wegen des in Frankreich bestehenden Zwanges, erteilte Patente auch im Lande ausführen zu müssen, im Jahre 1875 in Paris eine kleine Filialfabrik eingerichtet wurde, die aber, da wohl nur der Form genügt werden sollte, keinen größeren Umfang annahm und später wieder aufgegeben wurde. Aus dem bisher über die Entwicklung der jungen Fabrik Dr. von Heydens Berichteten ergibt sich, daß sie sich schon in den ersten Jahren ihres Bestehens als durchaus gesund und zukunftsreich erwies, und das wollte für ein so neuartiges Unternehmen in der geschäftlich durchaus nicht günstigen ersten Zeit nach dem siegreichen Krieg gegen Frankreich immerhin etwas bedeuten. Schrieb doch z. B. die Chemiker-Zeitung im Jahre 1878: „Wir haben jetzt fünf Jahre des wirtschaftlichen Rückganges hinter uns, am schlimmsten waren die beiden letztvergangenen." Mit der langsam einsetzenden und stetig zunehmenden allgemeinen Besserung stiegen auch die Erfolge der Heydenschen Fabrik und ihr Absatz. Als technischer Mitarbeiter des Fabrikleiters erwies sich Herr Gotthold Schilling sehr nützlich, ein tüchtiger Praktiker, der vom September 1875 an für die Firma tätig war und später Prokurist wurde; als Kaufmann stand Herr Carl Rentsch dem Leiter erfolgreich zur Seite. Die Verkaufsorganisation war in den ersten Jahren so geordnet, daß die in Radebeul fabrizierte Ware nach Dr. von Heydens Dresdner Anwesen gebracht und dort verpackt und verschickt wurde. In den Jahren 1874 bis 1878 wurden in die Verkaufsabteilung mehrere tüchtige junge Leute eingestellt, so die Herren Klimpe I, Titte s, EdIich und Schiel e, welche weiterhin Jahrzehnte lang ihr treue und erfolgreiche Lebensarbeit der Fabrik widmeten und mit Ausnahme des letztgenannten Herrn heute noch und hoffentlich noch lange sich eines gesegneten Ruhestandes erfreuen dürfen. Bald nach ihrem Eintritt und der Erbauung eines kleinen Büros in Radebeul ging dann auch die kaufmännische Leitung dorthin über. Der Verkauf im Inland erfolgte zum größten Teil über die bekannten Großhandlungen, mit denen, soweit sie noch existieren, die angenehmen Beziehungen bis jetzt bestehen blieben; die Ausfuhr erfolgte über Hamburger Exporthäuser, und in England arbeitete die Firma Cyriax,Ferries &Co.,London, später umgewandelt in Burgoyne, Burbidges & Co., erfolgreich an der Einführung der Heydenschen Salicylsäure. Auch Ehrungen durch silberne und goldene Medaillen wurden der Fabrik und ihrem Besitzer zu teil. Ganz besonders stolz und freudig aber äußerte sich dieser über ein ihm unvergeßlich gebliebenes Erlebnis: Die greise Kaiserin Augusta ließ sich im Fahrstuhl durch die Allgemeine Deutsche Ausstellung für Hygiene und Rettungswesen fahren, die im Jahre 1883 in Berlin veranstaltet wurde. An der kleinen, aber inhaltsreichen Ausstellung der Heydenschen Salicylsäurefabrik angekommen, ließ sich die hohe Frau deren Gründer und Besitzer vorstellen, reichte ihm die Hand und sagte wörtlich zu ihm: „Herr von Heyden, die wunderbaren Eigenschaften der Salicylsäure sind mir wohl bekannt und ich wünsche Ihnen Glück zu Ihren Erfolgen. Es muß für Sie ein herrliches Gefühl sein, so vielen oft hoffnungslos Leidenden geholfen zu haben!"


Die Fabrik in Radebeul im Jahre 1880 - Seitenansicht


INHALTSVERZEICHNIS
Zum Geleit
Die Vorgeschichte der Salicylsäure
Hermann Kolbe und seine Arbeiten über die Salicylsäure
Friedrich von Heyden und die Gründung seiner Fabrik im Jahre 1874
Die Überführung der Fabrik nach Radebeul und erfolgreiche Aufnahme der Fabrikation
Professor Kolbes Tod und Professor Schmitts Verbesserung der Salicylsäure-Synthese
Rücktritt Dr. von Heydens von der Fabrikleitung und Gründung der Firma Dr.von Heyden Nachfolger
Vergrößerung der Fabrik und Aufnahme wichtiger neuer Präparate
Überführung der Fabrik in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und in eine Aktiengesellschaft in den Jahren 1896 und 1899
Bau und Inbetriebsetzung der Fabrik in Weißig
Gründung und Entwicklung der amerikanischen Fabrik
Weitere Entwicklung der Fabrik in Radebeul bis zum Weltkrieg
Die Tätigkeit der Fabrik und das Schicksal der amerikanischen Niederlassung während des Weltkrieges
Nach dem Weltkrieg
Neuere Spezialpräparate der Chemischen Fabrik von Heyden
Veränderungen in der Leitung der Fabrik. Belegschaft - Finanzen - Werkserneuerung - Arbeitsbeschaffung
Technische Einrichtungen der Fabriken
Soziale Einrichtungen der Firma


Quelle: CHEMISCHE FABRIK von HEYDEN - AKTIENGESELLSCHAFT, RADEBEUL-DRESDEN
1874-1934 - Erinnerungsblätter aus 6 Jahrzehnten, zusammengestellt von Dr. O.Schlenk, Radebeul

Verlag: Kupky & Dietze (Inh. C. und R. Müller), Radebeul

Arevipharma GmbH
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D-01445 Radebeul
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