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Soziale Einrichtungen der Firma.



Entwurf zum neuen Wald-Kasino „Friedrich-von-Heyden Haus" 1934

Der sanitären und sozialen Wohlfahrt der großen Belegschaft widmete die Fabrikleitung von jeher ihre besondere Aufmerksamkeit. Es ist dies ein Vermächtnis des Gründers der Firma, der hierauf zeit seines Lebens das größte Gewicht gelegt hat. Die Firma erhielt sich dadurch dauernd einen Stamm tüchtiger Arbeiter, der gerade für eine chemische Fabrik mit ihren außerordentlich vielseitigen Anforderungen wünschenswert und im Interesse einer engen Verbundenheit der Belegschaft mit der Werksleitung unerläßlich notwendig ist. Neben hygienischen Einrichtungen, wie Bäder und Erholungsräume in Radebeul und Weißig, ist für die Angehörigen des Weißiger Werkes eine Reihe schöner Wohnungen in Form zweckmäßig eingerichteter, meist Einfamilienhäuser errichtet worden. Für erste Hilfe bei Unfällen stehen ausgebildete Sanitäter in hierfür eigens eingerichteten Räumen stets zur Verfügung. —Für hilfsbedürftige Arbeiter besteht aus dem Jahr 1899 eine Jubiläumsstiftung. Leider ist ihr Stiftungsvermögen durch die Inflation stark zusammengeschmolzen; es beträgt heute noch rund 275 000.— M. Das Vermögen steht, losgelöst von dem der Firma, unter Mitverwaltung der Arbeiter; die Zinsen des Kapitals werden zur Unterstützung der Arbeiter und ihrer Angehörigen bei längerer Krankheit, bei Unglücksfällen und bei unverschuldeter Notlage verwandt. Durch laufende sehr erhebliche Sonderzuwendungen der Firma an die Stiftung ist diese außerdem in der Lage, den alten pensionierten Arbeitern neben ihrer Altersrente fortlaufende monatliche Unterstützungen zuzuwenden. Nach fünf- bzw. zehnjähriger ununterbrochener Tätigkeit bei der Firma erhalten die Arbeiter zu ihrem Lohn eine Alterszulage. Arbeiter und Angestellte erhalten nach 25jähriger Dienstzeit ein Jubiläumsgeschenk. Für die Altersversorgung der Angestellten besteht eine Versorgungskasse der Angestellten als Zuschußkasse zur Reichsversicherung. Sie soll es er-möglichen, daß . jeder Angestellte nach Erreichung der Altersgrenze eine Rente, die in den niedrigsten Gehaltsstufen etwa zwei Drittel des bisherigen Einkommens beträgt, bekommt.
Die seitens der Firma — neben den gesetzlichen Zwangsversicherungsbeiträgen — hierzu alljährlich freiwillig aufgewendeten Mittel sind ebenfalls sehr erheblich. Die Kasse verfügt über ein eigenes, von der Firma unabhängiges Vermögen von heute rund 1 176 000.— M. unter eigener Verwaltung. Für unverschuldet in Not geratene Angestellte und für außerordentliche Krankheitsfälle, und zwar auch in der Familie des Angestellten, besteht im Bedürfnisfalle ein „Notstandsfonds für Angestellte", aus dem von Fall zu Fall Unterstützungen gewährt werden. — Die Firma ist ferner Mitglied der Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime in Wiesbaden; eine größere Anzahl von Angestellten macht von den Einrichtungen der Gesellschaft (die heute der Deutschen Arbeitsfront gehören) alljährlich gerne Gebrauch. — Nach langjähriger Dienstzeit oder bei evtl. Kurzarbeit gewährt die Firma den Angestellten außer dem tariflichen Fabrikurlaub noch Sonderurlaub. Besonders begabten jugendlichen Arbeitern und Lehrlingen werden auf Antrag Mittel zum Besuch der Gewerbeschule oder technischer Lehranstalten, bestehend im Ersatz des Schulgeldes und der Utensilien, gewährt. In den letzten Monaten hat die Firma auch die Finanzierung der Beschaffung der Festanzüge der Deutschen Arbeitsfront für die gesamte Belegschaft übernommen; sie trägt außerdem etwa die Hälfte der Kosten der Anschaffung, der Rest wird den Werksangehörigen bei den Lohn- und Gehaltszahlungen in kleinen Raten, auf die Dauer eines Jahres verteilt, in Abzug gebracht. — Für Sonderzuwendungen, wie Wirtschaftsbeihilfen für die Arbeiter und für die minderbesoldeten Angestellten sowie für allgemeine Wohlfahrtszwecke wendet die Firma ebenfalls beträchtliche Summen auf. An außerhalb des Werkes stehende Erwerbslose der Stadt Radebeul gibt sie seit mehreren Jahren aus ihrer Kantine im Winter täglich hundert Portionen Mittagessen unentgeltlich ab. Dieser Kantinen- und Küchenbetrieb besteht schon seit den ersten Anfängen der Fabrik. Mit dem steigenden Bedarf wurde er immer mehr vergrößert. Unter erheblicher finanzieller Unterstützung durch die Firma erhalten hier die Werksangehörigen ein sehr preiswertes Mittagessen. Aus Anlaß des 60jährigen Jubiläums der Firma hat sie sich entschlossen, den Neubau eines Kasinos in dem der Radebeuler Fabrik unmittelbar gegenüber gelegenen großen Waldgrundstück, das der Firma gehört, zu stiften. Er soll in Erinnerung an den Gründer der Firma den Namen „Friedrich-von-Heyden Haus" erhalten. Der Bauplan sieht neben einem großen Saal, in dem die gesamte Belegschaft der Radebeuler Fabrik versammelt werden kann, Speise- und Erholungsräume, eine Bibliothek, Spiel- und Lesezimmer sowie einen modern eingerichteten Küchen- und Wirtschaftsbetrieb vor. Das das Kasino umgebende Waldgrundstück soll als Waldpark für den Aufenthalt der Belegschaft während der Erholungspausen ausgestaltet werden. Aus Anlaß des Jubiläums erhalten die Arbeiter und Angestellten außerdem ein Geldgeschenk im Ausmaß von insgesamt 120 000.— M., und am 30. Juni d. J. vereinigen sich Aufsichtsrat und Vorstand mit der gesamten Gefolgschaft der Radebeuler und Weißiger Werke in den Räumen des Städtischen Ausstellungspalastes zu Dresden, um bei einer einfachen Feier mit nachfolgendem Imbiß des Gründers der Firma und all derer, die zu der hochstehenden Entwicklung des Werkes in den 60 Jahren des Bestehens der Firma beigetragen haben, zu gedenken.


INHALTSVERZEICHNIS
Zum Geleit
Die Vorgeschichte der Salicylsäure
Hermann Kolbe und seine Arbeiten über die Salicylsäure
Friedrich von Heyden und die Gründung seiner Fabrik im Jahre 1874
Die Überführung der Fabrik nach Radebeul und erfolgreiche Aufnahme der Fabrikation
Professor Kolbes Tod und Professor Schmitts Verbesserung der Salicylsäure-Synthese
Rücktritt Dr. von Heydens von der Fabrikleitung und Gründung der Firma Dr.von Heyden Nachfolger
Vergrößerung der Fabrik und Aufnahme wichtiger neuer Präparate
Überführung der Fabrik in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und in eine Aktiengesellschaft in den Jahren 1896 und 1899
Bau und Inbetriebsetzung der Fabrik in Weißig
Gründung und Entwicklung der amerikanischen Fabrik
Weitere Entwicklung der Fabrik in Radebeul bis zum Weltkrieg
Die Tätigkeit der Fabrik und das Schicksal der amerikanischen Niederlassung während des Weltkrieges
Nach dem Weltkrieg
Neuere Spezialpräparate der Chemischen Fabrik von Heyden
Veränderungen in der Leitung der Fabrik. Belegschaft - Finanzen - Werkserneuerung - Arbeitsbeschaffung
Technische Einrichtungen der Fabriken
Soziale Einrichtungen der Firma


Quelle: CHEMISCHE FABRIK von HEYDEN - AKTIENGESELLSCHAFT, RADEBEUL-DRESDEN
1874-1934 - Erinnerungsblätter aus 6 Jahrzehnten, zusammengestellt von Dr. O.Schlenk, Radebeul

Verlag: Kupky & Dietze (Inh. C. und R. Müller), Radebeul

Arevipharma GmbH
Meißner Straße 35
D-01445 Radebeul
Web: www.arevipharma.com
Telefon: +49 (0)351 8314-0
Telefax: +49 (0)351 8314-2100
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