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Weitere Entwicklung der Fabrik in Radebeul bis zum Weltkrieg.



Werke in Radebeul
Während der Zeit der Errichtung und Entwicklung der Zweigfabriken in Weißig und Garfield war man natürlich auch in Radebeul nicht müßig geblieben. Ein Problem, das schon bald nach der Gründung der Aktiengesellschaft in Angriff genommen und bearbeitet wurde, die Fabrikation von Farbstoffen, sollte allerdings nicht zu dauerndem Erfolg führen. In dem neuerbauten, geräumigen und gut ausgestatteten wissenschaftlichen Laboratorium wurden eine Zeitlang Arbeiten über Farbstoffsynthesen ausgeführt, aber nicht in den Betrieb übertragen, da sie dem übrigen Arbeitsgebiet der Fabrik doch zu ferne lagen. Nur ein Farbstoff, der älteste und einer der wertvollsten, der Indigo, wirkte weiter mit magischer Anziehungskraft. Der Leipziger Professor Kolbe hatte sich schon zur Zeit seiner Salicylsäuresynthese mit dem Problem der künstlichen Herstellung des Indigos beschäftigt, und die letzte experimentelle Arbeit seines Lebens galt der Erforschung des Isatins, eines seiner Abkömmlinge. Er ging von dem Gedanken aus, daß Indigo, aus dem man über die Anthranilsäure hinweg Salicylsäure herstellen konnte, umgekehrt aus dieser auch wieder aufzubauen sein müßte. Die Folgerung war zwar logisch richtig, aber heute wissen wir, daß dieser Weg praktisch nicht gangbar ist; die Forschungen Baeyers und Heumanns und die darauf aufbauenden Arbeiten der Chemiker der Badischen Anilin- und Sodafabrik, die zum Erfolg führten, bewegten sich ja auf ganz anderen Bahnen. Kolbes Sohn, der Mitbesitzer und spätere Generaldirektor der Fabrik, betrachtete das Problem der Indigofabrikation wie ein Vermächtnis seines Vaters, dessen letzte Besprechung mit dem Sohne und Fachgenossen noch dieses Thema behandelt hatte. Als sich ihm ein Chemiker aus Professor Schmitts Schule, Herr Dr. Willibald Hentschel zur Bearbeitung eines aussichtsreich erscheinenden Indigoverfahrens anbot, stellte er diesen an und begleitete die bald beginnenden Betriebsversuche mit großen Erwartungen und Hoffnungen. Nach Überwindung vieler Schwierigkeiten konnte das Verfahren so weit gefördert werden, daß in Weißig eine eigene Fabrikationsstätte erbaut und eingerichtet wurde. Ein jahrelanger Prozeß, den die Badische Anilin- und Sodafabrik wegen angeblicher Verletzung ihrer Patente angestrengt hatte, konnte erfolgreich durchgekämpft werden, und am 1. Oktober 1912 begann die Fabrikation. Das Verfahren bewährte sich gut und das erzielte Produkt fand günstige Aufnahme. Ein zweiter Prozeß mit einer an dem Verfahren beteiligten Person hemmte aber zunächst die Weiterarbeit und vor seinem Abschluß begann der Krieg, der die Fabrikation leider zum Erliegen brachte. Ein anderes, dem Arbeitsgebiet der Fabrik viel näher liegendes Produkt, die AcetylsaIicyIsäure, hatte um so besseren Erfolg. Diese Säure hatte anscheinend bereits im Jahre 1853 Gerhardt und ganz sicher im Jahre 1859 von Gilm in Händen gehabt. K. Kraut stellte dann im Jahre 1869 unter Berücksichtigung der Arbeiten von Gerhardt und von Gilm erneut Acetylsalicylsäure dar und legte ihre chemische Formel und ihre Eigenschaften fest. Der wissenschaftliche Leiter der Firma Heyden Dr. Seifert ließ im Jahre 1897 Acetylsalicylsäure im Fabriklaboratorium herstellen und von einem auswärtigen Mitarbeiter in Danzig auf ihre Wirksamkeit untersuchen. Die Farbenfabriken vorm. Bayer & Co. versuchten dann, am 9. und 15. Februar 1898 auf die Herstellung von Acetylsalicylsäure in Deutschland für sich Patentschutz zu erlangen. Während sie die Säure unter der Bezeichnung „Aspirin" ein-führten, brachte die Chemische Fabrik von Heyden die Verbindung unter ihrem wissenschaftlichen Namen (später auch unter der Schutzmarke „Acetylin") in den Handel. Es gelang ihr, den Nachweis zu führen, daß Bayer & Co. den Patentschutz zu Unrecht beanspruchten und daraufhin wurde im Februar und Juli 1900 den beiden deutschen Anmeldungen der Firma Bayer die Erteilung versagt. Auch in England wurde die Frage des Patentschutzes für Acetylsalicylsäure eingehend geprüft. Ein langwieriger Prozeß führte nach mehrtägiger Verhandlung zur Ungültigerklärung des Bayerschen Patentes, dem der Richter den erfinderischen Gedanken vollkommen absprach. Daß nach diesen Entscheidungen die Farbenfabriken Bayer & Co. das Recht der Chemischen Fabrik von Heyden anerkennen mußten, Acetylsalicylsäure in der ganzen Welt in den Handel zu bringen, ergibt sich daraus, daß sie lange Jahre hindurch eine Summe von mehreren 100 000 Mark jährlich allein für den Verzicht der Firma von Heyden, Acetylsalicylsäure in und nach Amerika zu verkaufen, bezahlten. Nachdem schon im Jahre 1899 eine Anzahl ärztlicher Veröffentlichungen über das neue Heilmittel erschienen war, häuften sich solche in den nächsten Jahren zu einer unübersehbaren Fülle. Nach ihnen besitzt die Acetylsalicylsäure die antiseptischen und antipyretischen Eigenschaften der Salicylsäure in erhöhtem Maße, außerdem wirkt sie viel besser schmerzlindernd als ihre Muttersubstanz und wird infolge ihrer guten Eigenschaften und Wirkungen bei rheumatischen und Erkältungskrankheiten, Katarrhen, Influenza und Grippe und in ungezählten ähnlichen Fällen mit größtem Erfolg angewendet. Die Acetylsalicylsäure ist unter ihren verschiedenen Schutznamen wohl das populärste und am meisten gebrauchte von allen synthetischen Heilmitteln geworden, und es dürfte nicht übertrieben sein, wenn ihre jährliche Welterzeugung in Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie auf drei Millionen Kilogramm geschätzt wird. An dieser großen Produktion hatte die Heydensche Säure dank ihrer guten Qualität immer erheblichen Anteil. Wie im Leben des einzelnen Menschen frohe und trübe Tage abwechseln, so bringt das Geschick auch einem gewerblichen Unternehmen gute und schlechte Zeiten. Die Fabrikation der Acetylsalicylsäure erwies sich als großer Erfolg, aber andererseits traf die in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens mächtig aufblühende Fabrikation von Zuckerin ein schwerer Schlag. Der künstliche Süßstoff (Saccharin) war von den Zuckerfabrikanten von Anfang an als Störenfried und gefährlicher Gegner beargwöhnt und befehdet worden. Die zuerst versuchte Behauptung, er sei für den Organismus schädlich, konnte zwar, weil unrichtig, nicht aufrechterhalten werden, aber um so mehr betonte man die wirtschaftliche Gefahr, die dem Rübenbau und der Zuckerfabrikation von ihm angeblich drohte. Die Statistik bestätigte diese Befürchtungen zwar nicht; denn der Zuckerverbrauch wurde durch den künstlichen Süßstoff nicht vermindert, ja er nahm sogar zu, und der Süßstoff kann ja auch in Ermangelung jeder Nährkraft den Zucker überhaupt nicht wesentlich verdrängen. Trotzdem wurde am 6. Juli 1898 ein Gesetz zur Rege-lung des Verkehrs mit künstlichem Süßstoff vom Reichstag angenommen, das die Verwendung stark einschränkte und den Deklarationszwang einführte. Dieses Gesetz erwies sich den Gegnern als nicht wirksam genug; denn die Süßstoffproduktion ging in den nächsten Jahren nicht zurück und in Deutschland nahmen außer Heyden und Fahlberg auch die Firmen J. D. Riedel in Berlin, Bayer in Elberfeld, Meister, Lucius & Brüning in Höchst und die Staßfurter Chemische Fabrik vorm. Vorster & Grünberg die Fabrikation von Süßstoff auf. Nun setzte die Stimmungsmache gegen den unbequemen Störenfried in verstärktem Maße ein und brachte endlich den gewünschten Erfolg. In einer internationalen Zuckerkonvention wurde beschlossen, in einer Reihe von Zucker produzierenden Staaten dem Süßstoff den Garaus zu machen und demzufolge verbot ein Reichsgesetz vom 2. Juli 1902 dessen Fabrikation auch in Deutschland. Nur der Saccharinfabrik Fahlberg, List & Co. in Magdeburg als der ältesten der bestehenden Fabriken wurde die Herstellung der für medizinische Zwecke, d. h. für Zuckerkranke, nötigen geringen Mengen weiter erlaubt und gleichzeitig wurde der Verkauf auf die Apotheken beschränkt. Es zeigte sich bei dieser Gelegenheit, daß nach den vom Reiche angestellten statistischen Erhebungen die Firma Heyden den weitaus größten Anteil an der Deckung des Weltkonsums in dem Artikel während der letzten vorausgehenden Jahre erzielt hatte. Mit dieser Verfolgung und Unterdrückung des künstlichen Süßstoffes wiederholte sich mit überraschender Ähnlichkeit ein Vorgang, den die Welt schon einmal erlebt hatte: Als der Rohrzucker aus Indien nach Europa kam, wo man vorher nur den Honig als Süßungsmittel gekannt hatte, wurde das neue Produkt aufs stärkste beargwöhnt, als sehr gesundheitsschädlich hingestellt und in jeder Weise verfolgt und eingeschränkt. Nun ging es dem Süßstoff ebenso; aber wie sich der Zucker allmählich durchsetzte, so sollte auch der Süßstoff nach einer Reihe von Jahren wieder zu Ehren kommen. Die Lücke, die das gesetzliche Fabrikationsverbot der Fabrik brachte, konnte nur zum Teil durch den Umstand wettgemacht werden, daß die schon vor dem deutschen Verbot begonnene Herstellung von Süßstoff in Amerika einen steigenden Absatz brachte und daß in der Schweiz, in Nidau am Bieler See, eine neue Fabrik für die Bedienung der außerdeutschen Märkte eingerichtet wurde. Ein Versuch, auch in Ungarn eine neue Fabrik einzurichten, mißlang dadurch, daß schon während der ersten Vorarbeiten auch dort ein Verbot der Süßstoffabrikation herauskam. Ein Betätigungsfeld, auf dem die Chemische Fabrik von Heyden bahnbrechend voranging, ist das Gebiet der Kolloidchemie, deren Bedeutung für die Technik und Medizin zwar langsam, aber in immer steigendem Maße Beachtung und Anerkennung fand. Veranlassung zu den ersten Versuchen auf diesem damals noch sehr wenig bearbeiteten Gebiet gab der von dem Dresdner Chirurgen Dr. Crede ausgesprochene Wunsch nach einem neuartigen Mittel zur antiseptischen giftfreien Wundbehandlung und inneren Körperdesinfektion. Professor Ernst von Meyer wies bei dieser Gelegenheit die Fabrik auf die berechtigtes Aufsehen erregenden Arbeiten von Carey Lea über kolloides Silber hin und Dr. Credö führte mit einem ihm von der Fabrik übergebenen, ähnlich hergestellten Silberkolloid die ersten Versuche aus. Die Arbeiten des 1894 in die Chemische Fabrik von Heyden eingetretenen Chemikers Dr. von Hößle, dem auch weiterhin die Darstellung der meisten kolloiden Präparate der Fabrik zu danken ist, vermochte das kolloide Silber durch Anwendung ganz besonders gut geeigneter Schutzkolloide sehr zu verbessern. Unter dem Namen Collargol wurde es im Jahre 1895 in die Therapie eingeführt und fand so große Beachtung, daß sich im Laufe der Jahrzehnte eine unübersehbar reiche medizinische Literatur damit beschäftigte. Als Ergebnis der vielfachen Prüfungen steht fest, daß das Collargol ein in jeder Anwendungsform und für jedes Organ unschädliches Mittel ist, mit dem örtliche und vielfach auch allgemeine Infektionen wirksam bekämpft werden können. Für manche Fälle, z. B. bei Blutvergiftung, ist es auch heute noch das einzige Erfolg versprechende Mittel. Vorzugsweise wird das Collargol intravenös zur Bekämpfung von Allgemeininfektionen in der Chirurgie und Gynäkologie verwendet, ebenso als Vorbeugungsmittel bei drohender Puerperalinfektion und anderen septischen Prozessen. Als erstes Kolloidpräparat, das in den Arzneischatz eingeführt wurde, ist dieses hochwertige Heilmittel bis jetzt dem Arzt unentbehrlich geblieben und von den vielen Nachahmungen, die es im Laufe der Zeit fand, kaum jemals in seiner Qualität erreicht worden. Die vielfachen bei der Fabrikation gesammelten Erfahrungen ermöglichten es in der Folgezeit, eine große Anzahl der verschiedensten Substanzen, Elemente und ihre Oxyde und Sulfide, Halogenverbindungen und andere Salze, auch organische Stoffe in kolloide Form überzuführen. Von diesen wurden besonders die Kolloide von Quecksilber (HyrgoI), Schwefel (SulfidaI), Eisen (ProtoferroI), arsen-haltigem Eisen (Arseno-ProtoferroI) und Wismuth mir gutem Erfolg der medizinischen Verwendung zugeführt. Neben eigenen Forschungen in der Fabrik regten auch auswärtige wissenschaftliche Untersuchungen, von denen die von Bredig, Lottermoser und Paal genannt werden mögen, manche Neueinführung oder Verbesserung an. So waren zum Beispiel die Forschungen von Bredig über elektrische Zerstäubung mit dem Lichtbogen zwischen Metalldrähten unter Wasser der Ausgangspunkt zur Herstellung ähnlicher, aber besser haltbarer Kolloidlösungen. Von ihnen zeichnet sich das Elektro-collargol durch eine ganz außerordentlich feine Zerteilung des Silbers aus. Eine interessante Neuerung waren auch die im kolloidchemischen Laboratorium der Fabrik aufgefundenen Glycerinsole, die es ermöglichen, Kieselsäure, Schwefel, Zinkoxyd und ähnliche Substanzen in gut haltbare kolloide Lösungen zu bringen. Sie eignen sich ganz besonders gut zur Einverleibung solcher Kolloidsubstanzen in Salben oder Seifen für äußerliche Anwendung. Es würde zu weit führen, wenn man alle in dieser Zeit höchsten Aufstrebens von der Fabrik eingeführten neuen Präparate besprechen wollte. Sie waren ja auch nicht die einzigen Erfolge, sondern neben ihrer Erfindung und Ausarbeitung her ging die zwar weniger in die Augen fallende, aber vielleicht ebenso wichtige unausgesetzte Arbeit an den bereits bestehen-den Betrieben, der ständigen Verbesserung und Verbilligung der älteren Präparate und der immer weiter greifenden Organisation ihres Verkaufs. Gerade für pharmazeutische Präparate wuchsen die Ansprüche an die Qualität mehr und mehr, einerseits infolge der immer weitergehenden Anforderungen der Arzneibücher, andererseits wegen der gleichgerichteten Bemühungen der Konkurrenz. Daraus ergab sich für den Chemiker der Zwang, unausgesetzt an der Verbesserung seiner Präparate zu arbeiten, für den Kaufmann die Notwendigkeit, seine Dispositionen den verschiedenartigsten Ansprüchen einer internationalen Kundschaft anzupassen. Daß es der Chemischen Fabrik von Heyden gelang, die Güte und den Absatz ihrer Waren nicht nur auf der Höhe zu erhalten, sondern ununterbrochen zu heben und zu steigern, das zeigt die schnelle Zunahme ihrer Größe und ihres Absatzes ebenso wie das hohe Ansehen, das sie sich überall im Inland und Ausland zu erwerben und zu erhalten vermochte, wozu auch der Umstand besonders beigetragen hat, daß die Firma nicht, wie viele andere, fremdes geistiges Eigentum gekauft und lediglich industriell ausgewertet hat, sondern daß ihre Spezialitäten sämtlich auf eigenem Boden gewachsen und der Forschertätigkeit innerhalb ihrer Werke entsprossen sind. Es gibt keine deutsche pharmazeutisch-chemische Fabrik, die sie während des zur Rede stehenden Zeitabschnittes in dieser Beziehung übertraf und kaum eine, die sich gleich schnell entwickelte. Sehr deutlich drückte sich die Vergrößerung des Unternehmens in der Zahl ihrer Arbeiter und Angestellten aus, die von 200 im Jahre 1895 und 600 im Jahre 1899 auf 1500 im Jahre 1914 stieg und sogar vorübergehend nach dem Kriege die Zahl 3000 erreichte, und in der noch weitaus größeren Zunahme ihrer räumlichen Ausdehnung und ihrer Betriebs-mittel. Ein guter Beweis für die hohe Wertschätzung der Fabrik waren auch mehrfache Angebote sehr angesehener Firmen für eine Zusammenlegung der Gesellschaften zum Zwecke gemeinsamer Weiterarbeit. Um die Selbständigkeit des Unternehmens zu wahren, ging die Leitung der Firma auf diese Bestrebungen nicht ein; aber es ergaben sich daraus doch mancherlei Verständigungen, die zu Konventionen, Kartellen und Syndikaten führten und den beiderseitigen Interessen zu dienen vermochten. In der Leitung der Fabrik erfolgten im Laufe der Jahre verschiedene wichtige Veränderungen. Während Herr Dr. von Heyden als Vorsitzender des Aufsichtsrates die oberste Leitung des von ihm ins Leben gerufenen Unternehmens von der Gründung der Aktiengesellschaft an bis nach dem Ende des Weltkrieges beibehielt, konnte der frühere stille Teilhaber und spätere Großaktionär, Herr Geheimer Kommerzienrat von Siegle infolge seines leidenden Zustandes eine persönliche Mitarbeit nicht lange leisten. Er zog sich später von der Fabrik ganz zurück und leitete, trotz geteilter Auffassung innerhalb seiner Familie, den Verkauf seines Besitzes an ihren Aktien ein, als die Firma Heyden Anstalten traf, jenen Spezialartikel auf dem Farbstoffgebiet (Indigo) herzustellen. Dies konnte er mit Rücksicht auf seine Zugehörigkeit zur Badischen Anilin- und Sodafabrik nicht verwinden. Ungefähr zur selben Zeit trat der einzige Sohn des Herrn Dr. von Heyden, Herr Arthur von Heyden, nach längerer Tätigkeit in der amerikanischen Filiale in die Radebeuler Fabrik ein und betätigte sich hier vom Jahre 1906 an als kaufmännischer Prokurist, dann von 1908 an als Mitglied des Vorstandes. Kurz nach Beginn des Weltkrieges erkrankte er schwer und starb leider allzufrüh im Jahre 1916 in der Blüte seiner Jahre. Auch Herrn Hofrat Dr. Kolbe, dem ersten Generaldirektor der Aktiengesellschaft, war es nicht lange vergönnt, an dieser führenden Stelle zu stehen. Schon längere Zeit leidend, kehrte er 1906 schwer krank von einer Reise nach Amerika zurück. Zu der Krankheit kam als harter Schlag für den hochangesehenen Mann der Verlust seines bedeutenden Vermögens infolge von Gutsagen und Beteiligungen an schlecht geleiteten Industrie-Unternehmungen im Zusammenhang mit dem Leipziger Bankkrach. Dr. Kolbe trat im Jahre 1907 von der Leitung der Fabrik zurück und starb schon zwei Jahre später, am 8. September 1909. Nach seinem Austritt führten die Herren Kommerzienrat Vorländer und Professor Dr. Seifert die Direktion des Werkes und beide Herren verstanden es, die Fabrik auch in der Folgezeit zu weiterer Blüte und großer Bedeutung zu bringen.


INHALTSVERZEICHNIS
Zum Geleit
Die Vorgeschichte der Salicylsäure
Hermann Kolbe und seine Arbeiten über die Salicylsäure
Friedrich von Heyden und die Gründung seiner Fabrik im Jahre 1874
Die Überführung der Fabrik nach Radebeul und erfolgreiche Aufnahme der Fabrikation
Professor Kolbes Tod und Professor Schmitts Verbesserung der Salicylsäure-Synthese
Rücktritt Dr. von Heydens von der Fabrikleitung und Gründung der Firma Dr.von Heyden Nachfolger
Vergrößerung der Fabrik und Aufnahme wichtiger neuer Präparate
Überführung der Fabrik in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und in eine Aktiengesellschaft in den Jahren 1896 und 1899
Bau und Inbetriebsetzung der Fabrik in Weißig
Gründung und Entwicklung der amerikanischen Fabrik
Weitere Entwicklung der Fabrik in Radebeul bis zum Weltkrieg
Die Tätigkeit der Fabrik und das Schicksal der amerikanischen Niederlassung während des Weltkrieges
Nach dem Weltkrieg
Neuere Spezialpräparate der Chemischen Fabrik von Heyden
Veränderungen in der Leitung der Fabrik. Belegschaft - Finanzen - Werkserneuerung - Arbeitsbeschaffung
Technische Einrichtungen der Fabriken
Soziale Einrichtungen der Firma


Quelle: CHEMISCHE FABRIK von HEYDEN - AKTIENGESELLSCHAFT, RADEBEUL-DRESDEN
1874-1934 - Erinnerungsblätter aus 6 Jahrzehnten, zusammengestellt von Dr. O.Schlenk, Radebeul

Verlag: Kupky & Dietze (Inh. C. und R. Müller), Radebeul

Arevipharma GmbH
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D-01445 Radebeul
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Handelsregister:
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USt-IdNr.: DE 240935001
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