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Zum Geleit.


Im Jahre 1899 beging die Chemische Fabrik von Heyden in Radebeul das fünfundzwanzigjährige Jubiläum ihres Bestehens mit frohen Festen, an denen die gesamte Leitung und die zahlreiche Belegschaft des Werkes freudigen Anteil nahmen. Herr Dr. Friedrich von Heyden selbst, der von allen hochverehrte Gründer des Unternehmens, das er in schwerem Ringen von den kleinsten Anfängen an zu hoher Blüte gebracht hatte, und alle die Männer, die in unermüdlicher Arbeit an dem raschen Wachsen und Gedeihen des Werkes mit- und weitergearbeitet hatten, konnten mit stolzer Befriedigung auf die erzielten Erfolge zurückblicken. War schon die epochemachende Einführung der Salicylsäure als eines der allerersten und zugleich erfolgreichsten synthetischen Heilmittel eine große Tat gewesen, so hatte das Werk auch weiterhin eine stattliche Reihe völlig neuer Arzneistoffe und anderer wichtiger Präparate geschaffen und sich dadurch überall im Inland und Ausland einen hochgeachteten Namen erworben. Die Fabrikationsstätte und alle ihre Einrichtungen waren stark vergrößert worden, und weitschauende Pläne befaßten sich gerade damals mit erneuter Ausdehnung. So konnte das zweite Vierteljahrhundert mit guten Aussichten begonnen werden und als im Jahre 1924 ein halbes Säkulum seit der Begründung der Fabrik verflossen war, da waren trotz vieler Schwierigkeiten und einzelner Rückschläge die meisten früheren Hoffnungen und Erwartungen tatsächlich in Erfüllung gegangen. Wieder war Gelegenheit gegeben, ein Jubiläum festlich zu begehen und die errungenen Erfolge zu feiern, und das um so mehr, als der nunmehr in ehrwürdigem Alter stehende Begründer der Fabrik, Herr Geheimer Hofrat Dr. phil., Dr.-Ing. h. c. Friedrich von Heyden, auch diesen Zeitabschnitt noch erlebte. Aber die Zeit war zu frohen Festen wirklich nicht angetan. Allzu hart zehrten ja die Folgen des unglücklichen Krieges, die politischen Wirren der Nachkriegszeit und die verheerenden Wirkungen der kaum überwundenen Inflation am Marke des deutschen Volkes. So wurde das fünfzigjährige Jubiläum der Fabrik nur im Gedenken an die Vergangenheit und in der Hoffnung auf bessere künftige Tage begangen. Das seitdem wieder verflossene Jahrzehnt konnte diese Hoffnung leider nicht oder doch nur zum kleinen Teil erfüllen; denn einer kurzen Scheinblüte des Wirtschaftslebens folgte nur zu bald sein schwerer Niedergang, dem sich kein Volk, kein Staat und kein einzelnes Unternehmen zu entziehen vermochte. Wenn trotz alledem in diesem Jahre, sogar außer der sonst üblichen Reihe, des sechzigjährigen Bestehens der Chemischen Fabrik von Heyden besonders gedacht werden soll, so geschieht das in der frohen Zuversicht, daß die nationale Erneuerung unseres Vaterlandes einen Wiederaufstieg der gesamten Wirtschaft mit sich bringen wird und auch in diesem Sinne eine neue Zeitepoche einleitet.
Die nachfolgende Schilderung der Entstehung und Entwicklung unserer Fabrik möge zeigen, wie, ausgehend von der Erfindung eines genialen Gelehrten, einer seiner begabtesten und tatkräftigsten Jünger ein großes Werk ins Leben gerufen und mit Hilfe ausgezeichneter Mitarbeiter groß gemacht hat. Sie möge aber auch erneut dafür Zeugnis ablegen, daß das außerordentliche Aufblühen der deutschen chemischen Industrie und damit auch unseres Werkes nur möglich war durch engstes Zusammenarbeiten von Wissenschaft und Technik mit deutschem Unternehmungsgeist, durch rast-lose Tätigkeit der leitenden Persönlichkeiten und durch die Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit der deutschen Arbeiter, die sich für diesen Industriezweig immer als besonders gut geeignet erwiesen haben. Allen denen, die eifrig geholfen haben, die Bausteine zu der folgenden kurzen Geschichte unseres Werkes zusammenzutragen, sei für ihr reges Interesse und ihre wirksame Mitarbeit an dieser Stelle besonders herzlicher Dank gesagt.

Radebeul, im Juni 1934.
Der Verfasser.


INHALTSVERZEICHNIS
Zum Geleit
Die Vorgeschichte der Salicylsäure
Hermann Kolbe und seine Arbeiten über die Salicylsäure
Friedrich von Heyden und die Gründung seiner Fabrik im Jahre 1874
Die Überführung der Fabrik nach Radebeul und erfolgreiche Aufnahme der Fabrikation
Professor Kolbes Tod und Professor Schmitts Verbesserung der Salicylsäure-Synthese
Rücktritt Dr. von Heydens von der Fabrikleitung und Gründung der Firma Dr.von Heyden Nachfolger
Vergrößerung der Fabrik und Aufnahme wichtiger neuer Präparate
Überführung der Fabrik in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und in eine Aktiengesellschaft in den Jahren 1896 und 1899
Bau und Inbetriebsetzung der Fabrik in Weißig
Gründung und Entwicklung der amerikanischen Fabrik
Weitere Entwicklung der Fabrik in Radebeul bis zum Weltkrieg
Die Tätigkeit der Fabrik und das Schicksal der amerikanischen Niederlassung während des Weltkrieges
Nach dem Weltkrieg
Neuere Spezialpräparate der Chemischen Fabrik von Heyden
Veränderungen in der Leitung der Fabrik. Belegschaft - Finanzen - Werkserneuerung - Arbeitsbeschaffung
Technische Einrichtungen der Fabriken
Soziale Einrichtungen der Firma


Quelle: CHEMISCHE FABRIK von HEYDEN - AKTIENGESELLSCHAFT, RADEBEUL-DRESDEN
1874-1934 - Erinnerungsblätter aus 6 Jahrzehnten, zusammengestellt von Dr. O.Schlenk, Radebeul

Verlag: Kupky & Dietze (Inh. C. und R. Müller), Radebeul

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